nach oben
Die Neuen: Tamas Detrich (Ballett), Burkhard C. Kosminski (Schauspiel), Marc-Oliver Hendriks (Intendant) und Viktor Schoner (Oper, von links). Foto: Weißbrod
Die Neuen: Tamas Detrich (Ballett), Burkhard C. Kosminski (Schauspiel), Marc-Oliver Hendriks (Intendant) und Viktor Schoner (Oper, von links). Foto: Weißbrod
14.06.2018

Stuttgarter Staatstheater vor historischer Spielzeit: drei neue Intendanten

Stuttgart. Der Countdown für einen historischen Neustart am Staatstheater Stuttgart läuft. Viktor Schoner (Staatsoper), Tamas Detrich (Ballett) und Burkhard C. Kosminski (Schauspiel) haben die Pläne für ihre erste Spielzeit vorgestellt.

Das Schauspiel präsentiert sechs Uraufführungen und Erstaufführungen. Beim Ballett stehen drei Uraufführungen und fünf Erstaufführungen auf dem Programm. Die Oper kommt auf acht Premieren. Erstmals seit 23 Jahren wird es mit „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill und Bertold Brecht eine Neuproduktion aller drei Sparten geben.

Oper: Acht Opernpremieren von der Frühklassik bis zur Gegenwart stehen auf dem ersten Spielplan des neuen Opernintendanten Schoner. 17 Opern des Repertoires bringt er ab Herbst auf die Bühne. Gespannt sein darf das Publikum auch auf den neuen Generalmusikdirektor Cornelius Meister und ein neues Opernhaus: Die Junge Oper bekommt eine eigene Spielstätte, in der man sich „24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche um die Zukunft kümmern“ wolle, kündigte Schoner an. Er hat auch Platz für Tradition und zeigt Stücke wie Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ oder Wagners „Lohengrin“ zum Start.

Ballett: Detrich löst seinen Ziehvater Reid Anderson nach mehr als 20 Jahren ab und ist damit der fünfte Leiter des renommierten Stuttgarter Balletts in 57 Jahren. „Wir vergessen nicht, woher wir kommen“, beruhigt der Amerikaner diejenigen, die befürchten, es könne sich allzu viel ändern. Dass er ein John-Cranko-Ballett an den Start seiner Spielzeit stellen werde, sei klar gewesen, sagt er. Los geht es am 13. Oktober mit den Ballettabend „Shades of White“ mit einer Cranko-Choreografie zu Mozart. Drei Uraufführungen auf einmal gibt es beim Ballettabend „Aufbruch“ am 28. März, einer Koproduktion mit dem Nationaltheater Weimar.

Schauspiel: Intendant Kosminski kommt aus Mannheim. „Wir sind irre neugierig“, sagt er stellvertretend für sein Team. Bewusst habe er bei der Zusammenstellung auf einen Mix geachtet aus neuen und altbekannten Schauspielern. Sein Programm sei ein Bekenntnis zum Ensemble-Theater, 33 Schauspieler wurden fest engagiert. Internationale Künstler sollen verstärkt eine Bühne bekommen: So inszeniert Kosminski zum Start „Vögel“ des frankokanadischen Autors Wajdi Mouawad, und der junge Brite Robert Icke zeigt eine moderne Bearbeitung der „Orestie“ nach Aischylos. Der Katalane Calixto Bieito präsentiert seine Inszenierung von Federico García Lorcas „Bernarda Albas Haus“.