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Symbolbild: Adobe Stock

Südwestdeutsches Kammerorchester macht miese

Pforzheim. Das Südwestdeutsche Kammerorchester schließt das Jahr 2018 mit einem Defizit ab: „Nur“ rund 20.000 Euro, sagt Geschäftsführer Andreas Herrmann. Denn: Die Stadt hatte im Rahmen der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen den Zuschuss um 35.000 Euro gekürzt, das Land deshalb im Rahmen der Komplimentärfinanzierung 17 000 Euro weniger bezahlt.

„Und die Personalkosten sind um 50.000 Euro gestiegen“, rechnet Herrmann vor. Aufgefangen wurde die Negativentwicklung vor allem durch Spenden und Sponsoring-Einnahmen, die sich von 79.000 Euro auf 165.000 Euro erhöhten. „Eine großartige Hilfe in einer besonders schwierigen Situation“, bedankt sich der Geschäftsführer. Der für seine Bilanz im Kulturausschuss dann auch einhellig Dank und Lob erntet. Die gibt es auch für die 13 Musikerinnen und Musiker, die durch einen Gehaltsverzicht (unter anderem Weihnachtsgeld) rund 70.000 Euro in die Kasse spülten. Allerdings machen einige Zahlen auch nachdenklich: Die Konzerterlöse und Honorare aus CD- und Rundfunkaufnahmen haben sich um 32.000 Euro verringert. Die Zahl der Konzerte und musikalischen Veranstaltungen ist dabei fast gleich geblieben: Sie sank nur gering von 104 auf 102. Auffallend ist dabei, dass das SWDKO anscheinend im Ausland nicht stark gefragt ist, verzeichnet die Bilanz doch gerade mal zwei Konzerte. Ein Einbruch, der allerdings schon seit zehn Jahren zu verzeichnen ist, war das Kammerorchester doch 2007 noch mit zwölf Veranstaltung außerhalb Deutschlands gut gebucht. Über die Zahl der Abonnenten der Konzerte im Congress Centrum Pforzheim und die verkauften Tickets, schweigt sich die Beilage allerdings aus. Es wird lediglich vermeldet, dass der Ticketverkauf aus Abonnements um 8.000 Euro auf 89.000 Euro gesteigert werden konnte, der Verkauf von Einzeltickets hingegen um 18.000 Euro auf nun noch 27.000 Euro gesunken ist.

Und noch mehr Zahlen: Die Sachkosten sind im vergangenen Jahr um 13.000 Euro auf 199.000 Euro angestiegen. „Ursachen für die höheren Ausgaben sind zum einen ein höherer Aufwand aufgrund des Einarbeitungs- und Beratungsbedarfs während der sechsmonatigen, krankheitsbedingten Vertretung der Geschäftsführung, zum anderen höhere Übernachtungs- und Fahrtkosten des Orchesters“, ist in der Beilage nachzulesen. Doch 2019 wird alles besser, hat doch der Gemeinderat im vergangenen Dezember einen Zuschuss von 628.000 Euro durchgewunken – 86.000 Euro mehr als 2018.