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Der junge Pianist Frank Dupree (Jahrgang 1991) stammt aus Rastatt – und wird beim 6. Abo-Konzert am 10. Juni 2018 zu erleben sein. Foto: pm
Der junge Pianist Frank Dupree (Jahrgang 1991) stammt aus Rastatt – und wird beim 6. Abo-Konzert am 10. Juni 2018 zu erleben sein. Foto: pm
10.05.2017

Südwestdeutsches Kammerorchester stellt neue Saison vor

Pforzheim. Die Pforzheimer Kultursaison ist noch lange nicht vorbei: Opern, Konzerte, und Ausstellungen stehen bevor – und der Höhepunkt des Schmuckjubiläums sowieso. Trotzdem: Irgendwann im Sommer wird sich auch das Kulturleben eine Auszeit gönnen – um dann im Herbst wieder ganz ins Rampenlicht zu treten. Was das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim (SWDKO) dann zu bieten hat, steht seit gestern fest. Die neue Saison ist prall gefüllt mit Bekanntem und Neuem, mit Klassischem und Modernem. Ein Überblick.

Die Solisten: Bei einem Streichorchester wie dem SWDKO ist es selbstverständlich, dass auch viele der Solisten mit einem Streichinstrument im Gepäck nach Pforzheim kommen. Gleich das 1. Abo-Konzert (Sonntag, 8. Oktober) wird vom Geiger Laurent Albrecht Breuninger eröffnet, beim 3. Abo-Konzert (Sonntag, 21. Januar 2018) ist der Cellist Raphael Wallfisch zu Gast – und beim Konzert in Bad Wildbad (Samstag, 16. September) steht der Geiger Sergej Krylov im Zentrum. Aber auch andere Instrumente haben sich ihren Platz erobert. Marimbas und Pauken gibt es bei den Konzerten mit Roland Härdtner und Ney Rosauro (Samstag und Sonntag, 28./29. Oktober) zu hören, beim 4. Abokonzert (Sonntag, 4. März 2018) Fagott (Riccardo Terzo) und Klarinette (Andreas Schablas), beim 6. (Sonntag, 10. Juni) das Klavier (Frank Dupree). Und auch ein ganz ungewöhnliches Solo-Instrument hat sich eingeschlichen. Zwar hat der Solist Christoph Eß beim 5. Abo-Konzert (Sonntag, 22. April 2018) noch das fast alltägliche Horn dabei. Bei der „Sinfonia pastorella“ von Leopold Mozart wird er aber zum meterlangen Alphorn greifen.

Die Epochen: Chefdirigent Timo Handschuh hat eine Vorliebe fürs mittlere bis späte 18. Jahrhundert. Also für die Zeit und die Komponisten, die unmittelbar vor den Wiener Klassikern wirken – oder neben ihnen. George Philipp Telemann und der Bachsohn Carl Philipp Emanuel präsentieren sich im 3. Abo-Konzert, Johann Stamitz im 5., und das 6. gehört Christoph Willibald Gluck und dem berüchtigten Antonio Salieri, von dem das Kammerorchester erstmals ein Werk in der Abonnement-Reihe spielen wird. Nach dem Erfolgs-Film „Amadeus“ von 1984 soll er ja Wolfgang Amadeus Mozart ermordet haben. Das scheint ziemlich ausgeschlossen. Aber selbst wenn: Mozarts Werke leben auch in der kommenden Saison des Kammerorchesters – genauso wie die seiner Klassik-Kollegen Haydn und Beethoven. Im 1. Abo-Konzert zum Beispiel, an dem alle drei Wiener Klassiker beteiligt sind, oder am 6., an dem Beethovens 1. Klavierkonzert erklingt. Ausflüge in die Barockzeit (vor allem im 2. Abokonzert am Sonntag, 12. November), die Spätromantik (4. Abokonzert am Sonntag, 4. März) und in die Gegenwart (Crossover-Konzert mit Fools Garden am Sonntag, 30. Juli 2017) runden das Programm ab.

Das Gewohnte: Manche Namen im neuen Programm des Kammerorchesters sind bekannt und bewährt. Für ein volles Haus haben Ney Rosauro und Roland Härdtner in dieser Saison beim 4. Abo-Konzert gesorgt. Sie werden im Oktober wieder zu erleben sein. Auch der Besuch von Willi Weitzel war ein voller Erfolg. Der Moderator wird das Familienkonzert (Sonntag, 10. März 2018) gestalten. Auch die Solisten Laurent Albrecht Breuninger (1. Abo-Konzert) und Raphael Wallfisch (3. Abo-Konzert) sind alte Bekannte des Orchesters.

Das Neue: Im Programm sind aber auch einige Innovationen versteckt. Beim 2. Abo-Konzert (Sonntag, 12. November) steht eine ungewöhnliche Formation im Fokus: Die „klassische Band“ SPARK tritt leger auf und wagt sich zusammen mit dem Kammerorchester an zwei ganz unterschiedliche Werke: Vivaldis Konzert für Sopranino-Blockflöte in C-Dur und an die Suite „Kiss of Fire“ des zeitgenössischen niederländischen Komponisten Chiel Meijering. Mit Richard Strauss steht beim 4. Abo-Konzert (Sonntag, 4. März) ein Komponist im Zentrum, dessen Werke normalerweise nicht zum Standardrepertoire des Kammerorchesters gehören. Vielleicht ja nach der neuen Saison?