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„Own Style“ ist der Titel des Solo-Konzerts, das Rüdiger Baldauf nach einem anstrengenden Workshop in Pforzheim gibt. Für ihn eine Premiere.
„Own Style“ ist der Titel des Solo-Konzerts, das Rüdiger Baldauf nach einem anstrengenden Workshop in Pforzheim gibt. Für ihn eine Premiere.
15.01.2016

Sympathischer Plauderer und großartiger Musiker: Rüdiger Baldauf begeistert die Zuhörer

Pforzheim. Es ist schwierig zu entscheiden, was hörenswerter ist – das phänomenale Flügelhorn-Spiel von Rüdiger Baldauf oder die humorvollen Geschichten aus seinem Musikerleben. Der 54-Jährige gibt sich an diesen beiden Tagen in Pforzheim das volle Programm: erst der Bläser-Workshop, dann das Solo-Konzert und wieder Workshop bei Musik-City Steinbrecher.

Da bleibt kaum Zeit um Essen zwischendurch. Doch Baldauf macht das nichts aus: Gut gelaunt und äußerst sympathisch plaudert er aus seinen Jahren in der WDR Big Band, als Trompeter bei Paul Kuhn und über seine insgesamt 2580 Auftritte mit den Heavytones bei Stefans Raabs gerade beendeter „TV total“-Show. Ein Abschied nach 13 Jahren, der nicht nur ihm schwerfiel: „Da hat selbst der harte Hund Raab bei der Verabschiedung der Band Tränen in den Augen gehabt.“

Doch die TV-Zeit mit „Musik als Hochleistungssport, in der man jede Sekunde auf einen noch so kurzen Einsatz vorbereitet sein musste“, ist vorbei. Langeweile wird deshalb trotzdem bei dem renommierten Bläser mit den langen Haaren nicht aufkommen: Allein 50 Konzerte spielt er mit dem Heavytones in diesem Jahr. Wie dies klingt, das kann die kleine Zuhörerschar beim Konzert in der Östliche miterleben. Da spielt er beispielsweise zum Playback den Titel „Charlotte Holmes“ und erklärt ausführlich, welche elektronischen Effekte, wie Delay oder Hall, gerade zum Einsatz kommen. Oder der Titel „Messin’ With the Kids“ aus seiner CD „Own Style“, der wie viele der Songs eine gelungene Mischung aus Pop, Jazz und Funk darstellt. Baldauf ist ebenso Routinier wie inspirierter Improvisateur – egal ob an Trompete, Flügelhorn, Posaune oder Didgeridoo.