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Gruseln mit Stephen King.  Scalzo
Gruseln mit Stephen King. Scalzo
28.09.2016

Tablets, Terror und Telekinese – Stephen King beendet seine Krimi-Reihe

München. Ein Sadist im Wachkoma, ein Ex-Cop mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und bunte Fische mit hypnotischer Wirkung – im letzten Teil der Mercedes-Trilogie zieht Stephen King alle Register.

Eigentlich ist Brady Hartsfield nur noch eine atmende Hülle. Beim Versuch, einen Konzertsaal zu sprengen und Tausende Teenies in den Tod zu reißen, wurde dem Psychopathen der Schädel eingeschlagen. Seitdem vegetiert er sabbernd in einer Nervenklinik vor sich hin. Doch plötzlich regt sich in Zimmer 217 Bewusstsein. Etwas in Brady erwacht. Stephen King (68) beendet mit seinem Thriller „Mind Control“ nach „Mr. Mercedes“ und „Finderlohn“ seine Trilogie rund um den pensionierten Cop Bill Hodges und den Bösewicht Brady Hartsfield.

Anfangs kann Hartsfield mit Gedankenkraft nur seinen Wasserhahn aufdrehen und an der Jalousie im Krankenzimmer rütteln, später macht sich sein Geist wie ein Parasit in anderen Körpern breit. Zugang zum Bewusstsein schafft er sich über eine ausrangierte Spielekonsole, dem Zappit. Bei der Demo des Spiels „Fishin’ Hole“ schwimmen bunte Fischlein über den Bildschirm, hypnotisieren den Betrachter – und öffnen Brady die Tür in ihre dunkelsten Gedanken. Mit Hilfe dieses Tablets des Terrors macht sich in der Stadt eine Selbstmordepidemie breit. Jugendliche springen aus dem Fenster, schneiden sich die Pulsadern auf, erschießen sich.

Das Buch ist ganz King, der Bösewicht so simpel böse wie sadistisch. Waren die ersten beiden Bücher eher gewöhnliche Kriminalromane, endet die Katz-und-Maus-Jagd nun mit jeder Menge Grusel.

Es ist der letzte Fall von Bill Hodges. Und wieder ermittelt er mit seiner eigenwilligen Partnerin Holly und dem Studenten Jerome auf eigene Faust, weil es die richtigen Polizisten nicht auf die Reihe kriegen. Neben Selbstmordspuk und Telekinese hat der pensionierte Polizist Hodges mit ganz irdischen Gebrechen zu kämpfen. Bereits im ersten Teil der Krimi-Reihe plagten ihn Altersschwäche und Herzinfarkt. Nun hat er Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium. Ihm bleibt nicht viel Zeit, um den „Fürst des Suizids“ zu schnappen.