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Zusammen mit seinen Mitstreitern Xavier Davis, Markus Schieferdecker (verdeckt) und Joris Dudli (von links) zeigt der Saxofonist Wayne Escoffery (Mitte) einfallsreichen Jazz im „domicile“.  Frommer
Zusammen mit seinen Mitstreitern Xavier Davis, Markus Schieferdecker (verdeckt) und Joris Dudli (von links) zeigt der Saxofonist Wayne Escoffery (Mitte) einfallsreichen Jazz im „domicile“. Frommer
05.11.2015

Tenorsaxofonist Wayne Escoffery im „domicile“

Pforzheim. Einfallsreicher, zeitgenössischer Jazz, orientiert an der Tradition des Bebop: Mit einem Solo, das er vom Nebenzimmer auf die Bühne trug, leitete Tenorsaxofonist Wayne Escoffery (40) den zweiten Set im Jazz-Club „domicile“ ein.

Dort angekommen, entwickelte er gemeinsam mit seinen musikalischen Mitstreitern – Xavier Davis (Piano), Markus Schieferdecker (Bass) und Joris Dudli (Schlagzeug) – den schwungvoll dargebotenen Joe-Henderson-Titel „Y Todavia La Quiero“.

Das Saxofon dominiert

Schon in der ersten Konzerthälfte brachte der aus London stammende Ausnahmesaxofonist das Pforzheimer Publikum mit der dynamischen Eigenkomposition „Concentric Drift“ und Jazz-Standards von Freddy Hubbard („Sky Dive“) und Victor Lewis (Hey It’s Me You’re Talking To“) auf Kurs.

Getragene Titel wie „Where Or When“ und „Say It Over Again“ sorgten für den Ausgleich. In den meisten Abschnitten des „domi“-Auftritts dominierte Wayne Escofferys Saxofon das Klangbild der Formation – es schürte ein Feuer im Stil von John Coltrane und Sonny Rollins, das eruptiv einsetzte und dann wie ein heißer Lavastrom allmählich zu erkalten schien. Freilich nur, um bei nächster Gelegenheit erneut hell aufzulodern.

Neben dem aus London stammenden Escoffery überzeugte vor allem der in East Lansing, Michigan lebende Xavier Davis am Piano. Davis spricht fließend Deutsch. Die Formation sei etwa zwei Wochen unterwegs“, erzählt der ruhige und sympathische Tastenmann. „Gestern haben wir in Nürnberg Titel der neuen CD ,Standards‘ eingespielt“, erzählt er im PZ-Gespräch, und „morgen geht es nach Verona weiter.“

Die „europäische Hälfte“ des Quartetts sind Drummer Joris Dudli aus Wien und der kreative Kontrabassist Markus Schieferdecker aus Nürnberg. Vom Bassman stammt auch die von der Escoffery-Band im „domicile“ gespielte Zugabe: „Blues On Mars“.