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Das neue Programm des „Theater Treff Kino“ stellten Christine Müh (Kommunales Kino, hinten rechts) sowie zahlreiche Mitglieder des Theaters vor, darunter die Schauspieler Nicolas Frederic Martin (mit Plakat links) und David Meyer (rechts).  Foto: Meyer 

„Theater Treff Kino“ mit spannendem Programm zur laufenden Spielzeit

Pforzheim. Das siebte Jahr ist keineswegs verflixt, sondern im Gegenteil sehr vielversprechend. Theater Pforzheim und Kommunales Kino haben ihr gemeinsames Format „Theater Treff Kino“ wesentlich ausgebaut, wie Kinochefin Christine Müh, ihre ehrenamtliche Mitarbeiterin Sabine Mann und vom Theater Alexandra Karabelas (Ballett), Ulrike Brambeer (Schauspiel) sowie Inken Meets und Christina Zejewski (Musiktheater) im Kommunalen Kino berichteten. Hatte man vor sieben Jahren mit dem Schauspiel begonnen, sind inzwischen alle Sparten dabei, ganz neu auch das Jugendtheater.

Das Format „Theater Treff Kino“ ist eine assoziative Begleitung des Theaterprogramms mit Filmen, die andere Blickwinkel auf die Stoffe anbieten. Und das Publikum hat einen Mehrwert, „nicht nur durch die ermäßigten Preise, sondern dadurch, dass Zusammenhänge und Bezüge intensiver erlebt werden“, sagt Müh. Der Höhepunkt der Spielzeit 2021/2022, die im Oktober mit einem Filmabend zu dem Schauspiel „Der Trafikant“ begann, ist die Weltpremiere des Tanzfilms „Eremiten“ von Mirko Ingrao am 14. Dezember. Der Tanz auf der Bühne im Stück „Brahms – Glaube Liebe Hoffnung“ in der Choreographie von Guido Markowitz wird mit der Kamera reflektiert, „ein experimentelles Brett“, wie es Alexandra Karabelas nennt, von der auch die Idee dazu stammt.

Der Regisseur hat über Monate mit dem Pforzheimer Ballett-Ensemble auch filmgestalterisch zusammengearbeitet und die Essenz der Choreographie im Medium Film rekonstruiert. Der Film ist danach im Schmuckmuseum zu sehen, ab Februar online weltweit.

Das weitere Programm

„Räuberhände“ (23. November) Verfilmung von 2021 des gleichnamigen Jugendtheater-Stücks von Finn-Ole Heinrich, die teils in Pforzheim gedreht wurde.

„Ronja Räubertochter“ (26., 28., 29. Dezember): Verfilmung des gleichnamigen Jugendtheaterstücks von 1984.

„Promising Young Woman“ (18. Januar): Zur Verdi-Oper „Falstaff“, in der ein übergriffiger Genussmensch von zwei gewitzten Frauen verulkt wird. Der Film greift das Thema drastisch mit Blick auf die „Me too“-Debatte auf.

„Die Vermessung der Welt“ (15. Februar): Verfilmung des gleichnamigen Schauspiels im Podium nach dem Roman von Daniel Kehlmann. Die fiktive Doppelbiografie des Naturforscher Humboldt und des Mathematikers und Geodäten Gauß wird in kontrastreichen Interpretationen gezeigt.

„Der große Diktator“ (15. März): Der Chaplin-Film von 1940 läuft zum Operndoppelabend „Das Wundertheater“ (Henze) und „Der Kaiser von Atlantis“ (Ullmann). Themen sind Satiren auf den Nationalsozialismus und Appelle an die Menschlichkeit.

„Dancing Beethoven“ (19. April): Der Tanzfilm mit dem Béjart Ballet Lausanne von 2015 im Vergleich zur Choreographie von Guido Markowitz soll Spaß machen und die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten zeigen.

„Ein Sommernachtstraum“ (17. Mai): Die einzige Regiearbeit von Max Reinhardt in Deutschland aus dem Jahr 1935 (Leihgabe des Deutschen Filmarchivs) wird zu Benjamin Brittens gleichnamiger Oper von 1960 gezeigt.

„Dancer in the Dark“ (14. Juni): Im Podium geplant ist ein Schauspiel mit Musik (aus Lizenzgründen nicht von Björk), dazu gezeigt wird das gleichnamige Film-Musical von Lars von Trier mit der isländischen Sängerin von 2000. Im Juli, sagt Christine Müh, könnte es dann eine Abschiedsvorstellung für Intendant Thomas Münstermann und Chefdramaturg Peter Oppermann geben.

Alle Vorstellungen beginnen um 18.30 Uhr, weitere Details hier.