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Karl M. Sibelius ist für Budgetüberschreitungen bekannt.  Reichert
Karl M. Sibelius ist für Budgetüberschreitungen bekannt. Reichert
27.10.2016

Theaterintendant Karl Sibelius heftig in der Kritik - Theater schreibt rote Zahlen

Trier. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) will sich von Theaterintendant Karl Sibelius trennen. Grund seien neuerliche Budgetüberschreitungen am Theater in Höhe von knapp einer Million Euro, sagte gestern der Sprecher der Stadt Trier. Damit erhöhe sich der bislang bekannte Fehlbetrag am Theater für das laufende Jahr auf rund 2,3 Millionen Euro.

Über ein Ausscheiden von Sibelius muss der Stadtrat entscheiden. Derzeit werde geprüft, ob eine Kündigung oder Freistellung infrage komme, hieß es aus dem Rathaus. Bereits 2015 hatte das Theater ein Minus von 1,3 Millionen Euro gemacht. Sibelius ist seit August 2015 Intendant. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist er seit Längerem krankgeschrieben. Er müsse nun erst einmal Stellung beziehen. Nach Budgetüberschreitungen hatte Trier dem Intendanten im Juni die kaufmännische Leitung entzogen.

Trierer Vergangenheit

Mit dem Theater verbunden ist auch Peter Oppermann, der Chefdramaturg des Pforzheimer Theaters. An der Mosel hat er elf Jahre lang (2004-2015) gewirkt, bevor er im vergangenen Jahr nach Pforzheim kam.

Den Fall Sibelius will der Chefdramaturg nicht direkt kommentieren. Er gibt aber an, die Situation in Trier noch intensiv zu verfolgen. „Ich wünsche allen Beteiligten, dass es ihnen gelingt, die Theaterarbeit in der öffentlichen Aufmerksamkeit wieder dorthin zu rücken, wo sie hingehört“, erklärte Oppermann gegenüber der PZ. „Nämlich fernab des imageschädigenden Theaters ums Theater, ins Zentrum der Auseinandersetzung mit Stoffen und Themen, vernetzt mit der Stadt und ihren Menschen und zudem unterhaltend.“ Oppermann wünscht sich von Politikern wie Künstlern „höchste Sensibilität und Leidenschaft“ um das Theater als „Ort und Nährboden des sozialen Miteinanders“ zu pflegen.