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Munteres Frage- und Antwortspiel: Die Werkrealschüler von Lehrerin Bettina Endres-Musch (rechts) wollen von Anja Noël und Sandra Pfäfflin (Mitte) wissen, wie man ein Theaterstück beurteilt.
Munteres Frage- und Antwortspiel: Die Werkrealschüler von Lehrerin Bettina Endres-Musch (rechts) wollen von Anja Noël und Sandra Pfäfflin (Mitte) wissen, wie man ein Theaterstück beurteilt.
13.11.2015

Theaterpädagogin und PZ-Redakteurin erklären Siebtklässlern, wie man Kritiken schreibt

Neuhausen-Steinegg. Was ist das Schlimmste, das Sie je über einen Schauspieler oder ein Theaterstück geschrieben haben?“

Neuhausen-Steinegg. Was ist das Schlimmste, das Sie je über einen Schauspieler oder ein Theaterstück geschrieben haben?“ Die 28 Siebtklässler der Werkrealschule in Steinegg wollen es genau wissen, sind sie doch gerade dabei, sich zusammen mit ihrer Lehrerin Bettina Endres-Musch auf einen ganz besonderen Wettbewerb vorzubereiten. Das Theater Pforzheim sucht gemeinsam mit der „Pforzheimer Zeitung“ nach jungen Reportern, die Spaß daran haben, eine Kritik über ein von ihnen besuchtes Theaterstück zu verfassen. Und dazu gibt es professionelle Hilfe. Von Theaterpädagogin Anja Noël und PZ-Kulturressortleiterin Sandra Pfäfflin.

Die können die Jungs und Mädchen nämlich eine Stunde lang mit Fragen löchern – unter anderem auch darüber, wie man schlechte Kritiken formuliert. „Ganz wichtig ist“, sagt Sandra Pfäfflin, „dass man niemals jemanden beleidigt oder herabsetzt.“ Der Kritiker muss fair bleiben, muss urteilen, ohne zu verurteilen. Und so hat die Redakteurin auch keine „schlimmste Kritik“ in Erinnerung, sondern eher manche langen Theaterabende, „an denen ich mich ziemlich gelangweilt und dann keine sehr freundliche Kritik geschrieben habe“. Diese Gefahr besteht allerdings nicht bei dem Stück, das sich die Siebtklässler mit ihrer Lehrerin im Theater Pforzheim angeschaut haben. Das Schauspiel „Tschick“ nach dem bekannten Jugendroman von Wolfgang Herrndorf hat sie alle sehr interessiert. Und so wollen sie von der Theaterpädagogin auch wissen, wie lange die Schauspieler denn dafür geprobt hätten und welche Ideen der Regisseur zum Stück hatte.

Vor allem aber geht es darum, wie schreibe ich denn nun eine Kritik? „Am besten eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Morgen überlegen, was Euch am stärksten in Erinnerung geblieben ist“, sagt Sandra Pfäfflin. Es sei immer ein guter Einstieg für einen Text aufzuschreiben, was am meisten bewegt habe, am intensivsten präsent sei. Danach sollten ein paar wichtige Fragen beantwortet werden: Wie waren die Schauspieler? War es klar, was der Regisseur mit dem Stück ausdrücken wollte? In welcher Zeit ließ er das Stück spielen, wie waren Bühnenbild und Kostüme? Und ganz zum Schluss: Wie hat das Publikum reagiert? Verärgert, gelangweilt oder einfach begeistert?