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Die Beziehung von Carrie Fisher (links) zu ihrer Mutter Debbie Reynolds war oft nicht leicht. Nach Jahren des Streits konnten sie aber versöhnt sterben. Foto: Buck
Die Beziehung von Carrie Fisher (links) zu ihrer Mutter Debbie Reynolds war oft nicht leicht. Nach Jahren des Streits konnten sie aber versöhnt sterben. Foto: Buck
30.12.2016

Trauer um Debbie Reynolds, die kurz nach ihrer Tochter gestorben ist

Los Angeles. Im Musikfilm „Na, na, Fräulein Mutti!“ von 1956 gibt es eine Szene, in der Debbie Reynolds von einem Tanzpartner wild durch die Luft gewirbelt wird. Es läuft Swing-Musik, auf dem Tanzparkett geht es heiß her. Was der Kinozuschauer nicht sieht: Die im lachsfarbenen Kleid tanzende Reynolds ist schwanger – nur zwei Monate nach den Dreharbeiten wurde Carrie geboren. Im Original heißt der Film passenderweise „Bundle of Joy“ (wörtlich: Freuden-Bündel). Er ist nur eines der Beispiele dafür, wie sehr die Filmkarriere von Reynolds auch das Leben ihrer Tochter bestimmte.

Dass die aus Musikfilm-Klassikern wie „Singin’ in the Rain“ bekannte Schauspielerin und ihre Schauspieler-Tochter Carrie Fisher nun fast gleichzeitig gestorben sind, zeigt, wie verwachsen die beiden miteinander waren. Nachdem Tochter Fisher im Alter von 60 Jahren am Dienstag an den Folgen einer Herzattacke starb, verging nur eine Nacht, ehe Mutter Reynolds im Alter von 84 Jahren folgte. Es ist ein doppelter Schicksalsschlag für Hollywood und für den hinterbliebenen Sohn beziehungsweise Bruder Todd Fisher, der nun das Ableben seiner zwei engsten Verwandten verarbeiten muss.

Mutter und Tochter waren sich keineswegs immer grün, was vor allem an der steilen Karriere von Reynolds lag. „Ich fand es schwierig, meine Mutter mit ihren sie anbetenden Fans zu teilen“, sagte Fisher 2015. Im Alltag von Reynolds, die ihre Laufbahn trotz der Abwesenheit von Vater Eddie Fisher mit Vollgas vorantrieb, blieb für die beiden Kids wenig Platz. Das Familienleben drehte sich um die berühmte Mama, die Kinder feierten manche Geburtstage im Hof der Metro-Goldwyn-Mayer-Studios.

So überraschte es kaum, dass Fisher als Teenager in der Partyszene von Los Angeles abtauchte, mit Marihuana, Kokain und Heroin hantierte. „Ich dachte, dass ich Carrie verlieren würde“, gestand Reynolds 2011. Den Entzug überlebte Carrie, doch dann wurde bei ihr eine bipolare Störung diagnostiziert. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität distanzierte sie sich weiter – fast zehn Jahre lang hatten die beiden kaum Kontakt.

Mutter und Tochter arrangierten sich eigenen Aussagen zufolge erst spät im Leben. „Ich bewundere ihre Stärke und ihr Überleben“, sagte Reynolds. „Ich will, dass meine Tochter glücklich ist.“ Der Sohn und Bruder Todd Fisher versucht sich mit dem Gedanken zu trösten, dass die beiden nun miteinander vereint sind.