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Heide Hammel ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Foto: Pfäfflin
Heide Hammel ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Foto: Pfäfflin
28.10.2016

Trauer um Heide Hammel: Autorin, Pädagogin, Musikwissenschaftlerin

Grunbach-Engelsbrand. Sie hat den ersten Pforzheim-Krimi geschrieben, war aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht wegzudenken: Völlig überraschend ist Dr. Heide Hammel nach kurzem Krankenhausaufenthalt am 16. Oktober im Alter von 79 Jahren verstorben.

Welch ein ungewöhnliches Leben: Am 19. März 1937 in Heidelberg geboren, wächst Heide Jost in Lützelsachsen auf, besucht in Weinheim das Gymnasium. Zum Studium der Musik und Geschichte in Heidelberg trägt sie finanziell bei – indem sie als Saxofonistin einer Tanzkapelle auftritt. Am 15. Mai 1964 heiratet sie Friedrich Hammel, ein Jahr später wird der Sohn Christian geboren. 1972 kommt die Familie nach Pforzheim: Friedrich Hammel unterrichtet am Reuchlin-Gymnasium, Heide Hammel am Hebel. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin beschließt sie, in Musikwissenschaft zu promovieren: Ab 1988 steht der Doktortitel vor ihrem Namen. Doch damit nicht genug – Heide Hammel schreibt und recherchiert: zwei musikwissenschaftliche Fachbücher, Bücher zur Pforzheimer Stadtgeschichte (50 Jahre Südwestdeutsches Kammerorchester, kultureller Wiederaufbau von 1945 bis 1949 und eine Biografie über Alt-Oberbürgermeister Johann Peter Brandenburg). Außerdem schreibt sie humorvoll und mit kritisch-wachem Blick zwei Krimis über den eigenwilligen Kommissar Alfred („Tod in der Meisenburg“, „Du sollst Vater und Mutter ehren“), die beim Abdruck in der PZ auf großes Interesse stoßen.

Die leidenschaftliche Musikerin, die fast täglich am Klavier saß, plante gerade Band drei der Serie. Doch der wird leider nie erscheinen.