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Klangvoll: Franco Ferrero, Marc Delpy, Christian Brinkschmidt (von links). Foto: rdf
Klangvoll: Franco Ferrero, Marc Delpy, Christian Brinkschmidt (von links). Foto: rdf
09.08.2015

Trio „For Me-Dable“ im Silbersaal des Kurhauses Schömberg

Schömberg. Musette, Java und Chanson: Das Trio „For Me-Dable“ lud im Kurhaus Schömberg zur musikalischen Zeitreise ins Frankreich der 1950er- und 1960er-Jahre. Gut 70 Zuschauer wollten sich das Retro-Konzert der Stuttgarter Band – Marc Delpy (Gesang und Gitarre), Franco Ferrero (Akkordeon) und Christian Brinkschmidt (Kontrabass) – nicht entgehen lassen. Zumindest einige schwelgten dabei zeitvergessen in ihren Frankreich-Erinnerungen.

Was schon der erste Set des Konzertabends deutlich machte: Durch den stillschweigenden Verzicht der Sendeanstalten auf so gut wie alle französisch-sprachigen Titel entgeht den Deutschen sehr viel. Chansons wie „La Bicyclette“ (Das Fahrrad) von Yves Montand sind wahre Perlen, die spontan Bilder im Kopf entstehen lassen. Insbesondere wenn sie von Marc Delpy mit einer sachkundigen Ansage geadelt werden – wie das Liedchen, dessen Text beschreibt, wie die Tochter des Briefträgers auf dem Zweirad allen Männern mühelos und elegant davon fährt.

Retro-Freuden bereitet auch das Wiederhören mit Serge Gainsbourgs zeitlosen Kompositionen, allen voran „L’ Accordéon“; ein Titel den neben dem Trio „For Me-Dable“ nur noch Lydie Auvray im Tourneegepäck mitführt. Und Gainsbourgs „Le Poinçonneur des Lilas“ über einen Fahrkartenkontrolleur bei der Métro-Station Lilas, stößt bei allen Paris-Fans wieder das Kopfkino schwungvoll an.

Marc Delpy stammt aus Toulouse im Südwesten Frankreichs – wie der 2004 verstorbene Jazz-Sänger und Dichter Claude Nougaro. Von ihm spielt das Trio den 1962 entstandenen Titel „Le Jazz et la Java“ – mit Bravour. Und im zweiten Set wird auch „La Mèr“ zelebriert – ein Chanson aus dem Werk von Charles Trénet. Das Trio fügt die Eigenkomposition „Entre Rêve et Realité“ (Zwischen Traum und Wirklichkeit) an und zelebriert gleich in französischer, italienischer und deutscher Sprache „J’attendrais“ (Ich warte auf dich). Das Konzert klingt mit viel Beifall und zwei getragenen Zugaben aus: Mit „Au Café des Amis“ aus dem eigenen Repertoire und mit „Bal Paré“ (Maskenball) – einem Titel, der in Deutschland, so betont Marc Delpy, vor allem durch die Film-Diva Hildegard Knef bekannt wurde.