nach oben
Das Blechbläserensemble und Ludwig Güttler (links) sind auch gut bei Stimme.   Molnar
Das Blechbläserensemble und Ludwig Güttler (links) sind auch gut bei Stimme. Molnar
01.12.2015

Trompeter Ludwig Güttler beendet die Saison von „Musik aus Dresden“

Birkenfeld. Eine prachtvolle „Dresdner Bläserweihnacht“ haben die zahlreichen Zuhörer in der evangelischen Kirche Birkenfeld erlebt.

Zum Abschluss der Saison von „Musik aus Dresden“ präsentierten der Trompetenvirtuose Ludwig Güttler und sein Blechbläserensemble ein imposantes Programm aus Advents- und Weihnachtsliedern, Intraden, Canzonen oder feierlichen Chorälen und Bearbeitungen.

Wenn alle sechs Trompeten, vier Posaunen, Waldhorn, Tuba und Pauken wie beim eröffnenden „Trumpet Tune and Air“ von Henry Purcell ertönten, ergab das freilich einen festlich-frischen Bläserklang. Doch das bestens aufeinander abgestimmte Männerensemble, bestehend aus Solisten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Dresdner Philharmonie und anderen Klangkörpern, beeindruckte auch durch seine vielen Nuancen und Details, durch raffinierte Einfälle in der Dynamik und eine brillante Farbgebung. So wirkte der ständige Platztausch der Musiker zwar etwas unruhig, bewirkte aber immer neue Klangeindrücke – ob solistisch, mehrstimmig oder doppelchörig.

Die Partita über das alte Adventslied „Wie soll ich dich empfangen“ begann beispielsweise mit einer schnellen Allemanda für zwei Blechbläserchöre von Vivaldi. In harmonischem Unisono musizierte das Ensemble den Choral von Johann Crüger, der vierstimmig fortgeführt wurde. Mehrmals kehrte dabei ein reizvolles Ab- und Anschwellen wieder.

Geschmeidig-kraftvolle Töne

Schöne Tremoli der Trompete leuchteten indes zu Beginn der Partita über „Tochter Zion“ hervor. Ludwig Güttler dirigierte das Ensemble präzise vom Platz aus und überzeugte gelegentlich als Solist, etwa bei der einfühlsamen, feingeschliffenen Sinfonia über „Es ist ein Ros entsprungen“ für Solotrompete und vier Posaunen. Erstaunlich, welch geschmeidige und kraftvolle Töne der 72-jährige Trompeter, der seit 1981 regelmäßig nach Birkenfeld kommt, noch immer hervorbringt.

Mit trockenem Humor begeisterte er auch verbal: „Wenn es Ihnen geeignet erscheint, dürfen Sie auch klatschen“, sagte er etwa nach dem zweiten Block mit facettenreich gestalteten Chorälen und Choralbearbeitungen zu „Nun komm der Heiden Heiland“. Im zweiten Teil mischten sich auch swingende und bluesige Töne unter – bei den drei Spirituals aus „Seven Madrigals on Megro Spirituals“ op. 58b von Adolf Busch. Zum Einsatz kamen dabei auch Pferdeglöckchen, die der Pauker Christian Langer im gleichmäßigen Rhythmus zu den heiter tanzenden Bläsern schellte.

Effektvoll auch sein Solo bei Güttlers Eigenkomposition für zwei Pauken. Mit stimmungsvoller Musik zu „Vom Himmel hoch“ und drei Zugaben, darunter eine Choreinlage, klang das niveauvolle Konzert aus.