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Hingucker: Ein überdimensionaler Hut steht im Mittelpunkt des Bühnenbilds im Hamburger Operettenhaus. Fotos: Acke/Heimken
Hingucker: Ein überdimensionaler Hut steht im Mittelpunkt des Bühnenbilds im Hamburger Operettenhaus. Fotos: Acke/Heimken
Serkan Kaya (vorne links) ist der neue Darsteller des Musikers Udo Lindenberg in „Hinterm Horizont“, das am 10. November Premiere feiert. Fotos: Acke/Heimken
Serkan Kaya (vorne links) ist der neue Darsteller des Musikers Udo Lindenberg in „Hinterm Horizont“, das am 10. November Premiere feiert. Fotos: Acke/Heimken
Immer dabei: Udo Lindenberg singt bei den Musical-Proben auf der Bühne. Fotos: Acke/Heimken
Immer dabei: Udo Lindenberg singt bei den Musical-Proben auf der Bühne. Fotos: Acke/Heimken
09.11.2016

Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ geht in Hamburg weiter

Hamburg. Auf der Bühne senkt sich der überdimensionale Hut ganz langsam – im Zuschauerraum wackelt der auf dem Kopf von Udo Lindenberg rekordverdächtig auf und ab. Hätte sich der 70-Jährige nicht vor langer Zeit für jenes Markenzeichen entschieden, würde man ihn an diesem Abend im Hamburger Operettenhaus kaum sehen. Tief versunken sitzt er im Stuhl und schaut zu, wie für die Bühne das neu in Szene gesetzt wird, was er für seine Karriere teils selbst inszeniert hat. Es sind die letzten Proben, bevor sein Musical morgen dort Premiere feiert, wo es für Fans längst hingehört: in seine Wahlheimat Hamburg und vor allem auf die Reeperbahn. „Hinterm Horizont“ geht es auf St. Pauli weiter.

„Der Kiez hat mich wieder“, sagt Lindenberg. Mehr als fünf Jahre lang lief „Hinterm Horizont“ – benannt nach einem seiner größten Hits – seit der Uraufführung Anfang 2011 im Berliner Theater am Potsdamer Platz. Anhand der Songs des Deutschrockpioniers erzählt das Stück die Geschichte vom „Mädchen aus Ostberlin“, ein Lied, mit dem der Musiker aus dem westfälischen Gronau schon 1973 („Wir wollen doch einfach nur zusammen sein“) gegen die deutsche Teilung angesungen hatte. Im „Panical“, wie der Panikrocker das Musical lieber nennt, trifft er seine ostdeutsche Liebe erst zehn Jahre später beim Konzert im Palast der Republik, das Lindenbergs einziger DDR-Auftritt bleiben sollte. Eine zum Teil autobiografische und zum Teil fiktive Geschichte erzählen die Macher rund um den Rockstar.

Alex Melcher in der Hauptrolle

Wie bei der Berliner Inszenierung führt Ulrich Waller Regie. Mehr Hamburg-Bezug soll das Stück haben, drei Songs – zwei vom aktuellen Album sowie der Klassiker „Reeperbahn“ – wurden neu eingebaut, insgesamt sind es 29. Waller (60), Intendant des nur wenige Meter entfernten St.-Pauli-Theaters, sitzt während der Probe am Pult, immer wieder klettert Lindenberg über Stuhllehnen, um sich mit ihm zu beraten. Fotografin Tine Acke (39) hat ganz vorn Platz genommen. Seine „Komplizin“, wie der Sänger sie nennt, will die Proben im Bild festhalten, vor allem den „neuen“ Udo: Alex Melcher, der auch schon in Berlin als Udo auf der Bühne stand, wird in der Premiere die Hauptrolle übernehmen.

Wäre er nicht lieber selbst auf der Bühne? „Bin ich ja bald wieder. Erst kommt noch die DVD von der letzten Tour, dann geht es schon bald wieder los.“ Am 3. Mai 2017 startet in Kiel seine Tournee „Stärker als die Zeit“, die ihn am 20. Mai auch nach Stuttgart führt.