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Im Technischen Museum wird fleißig gearbeitet. Foto: Seibel
Im Technischen Museum wird fleißig gearbeitet. Foto: Seibel
01.02.2017

Umbau des Technischen Museums im Zeitplan – Intendant warnt vor Überforderung

Pforzheim. Es läuft! Auch wenn im Moment im Technischen Museum der Schmuck- und Uhrenindustrie die Handwerker gerade kräftig am Werkeln sind – der Eröffnungstermin am 8. April steht. „In drei Wochen kommen die Kisten aus Italien“, sagt Professor Uwe Münzing, dessen Stuttgarter Design- und Architekturbüro die Neugestaltung realisiert. Genauer gesagt aus Brixen, denn eine Südtiroler Firma für Innenausbau hat die europaweite Ausschreibung gewonnen. Wie es dann aussehen wird? Aufgeräumt, klar strukturiert, mit kurzen Erläuterungen. Und der Möglichkeit, das lebendige Museum mit seinen vielen Maschinen nicht nur in einer Führung, sondern auch auf eigene Faust zu erkunden.

Dabei, so sagt Münzing, habe man großen Wert darauf gelegt, die Atmosphäre der alten Fabrikationsräume im Kollmar & Jourdan-Haus zu erhalten. Der Blick schweift dabei nicht nur zurück zu den Anfängen der Traditionsindustrie, sondern auch in Gegenwart und Zukunft mit der Darstellung der Innovationsfähigkeit des 250 Jahre alten Handwerks. Das bedeutet aber auch, dass einige der alten Maschinen ins Depot wandern, um Raum zu schaffen, um beispielsweise die „1000 Arbeitsschritte“ aufzuzeigen, die zur Fertigung einer Uhr notwendig sind. „Wir haben jedes Exponat angefasst und neu platziert“, schildert Münzinger gestern den Mitgliedern des Kulturausschusses. Die sind höchst angetan und auch bis auf eine Enthaltung bereit, einen wichtigen Schritt mitzugehen. Ab Mai wird der Besuch des Technischen Museums drei Euro kosten, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Und das bei erweiterten Öffnungszeiten: Künftig werden mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr die Maschinen rattern.

Gleichzeitig wird – nach zehn Jahren – auch der Eintrittspreis im Schmuckmuseum erhöht: von drei auf 4,50 Euro. Das Kombiticket für beide Museen ist für maximal sechs Euro zu haben.

Eine erfreuliche Mitteilung gab es gestern auch vom Stadttheater, das den Abwärtstrend bei den Abo-Zahlen (minus vier Prozent zum Ende der vergangenen Spielzeit) gestoppt hat und weiterhin von vielen Städten Baden-Württembergs und in der Schweiz gut gebucht ist. Rund 204 000 Euro haben diese Gastspiele in die Kasse der Bühne gespült. „Zusätzliche Einnahmen, die wir eigentlich in personelle Ressourcen investieren wollten“, sagt Intendant Thomas Münstermann. Doch durch die Sparmaßnahmen der Haushaltskonsolidierung (minus 600 000 Euro im Jahr) ist das Geld weg. „Gastspiele sind Stress, der auf die Knochen aller Mitarbeiter geht“, sagt Münstermann, „da besteht die Gefahr, dass der Betrieb irgendwann zusammenbricht.“