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Zum Schluss sind alle vereint: Beim Finale wird gemeinsam gejammt. Foto: Frommer

Umjubeltes Fest im Festival: 19. Irish-Spring-Konzert im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Große keltische Musik-Fete im Kulturhaus Osterfeld: Die zwölf Künstler des 19. Irish Spring Festivals zelebrieren ihre gemeinsamen gälischen Wurzeln gegen Konzertende mit einer Art Jam-Session. Ironischerweise genau in einer der wichtigsten Londoner Brexit-Abstimmungsnächte.

Als erste Formation geht das Duo Eddie Sheehan und Cormac Doyle vor vollem Haus auf die Bühne. Die beiden versierten Musiker widmen ihr Set der Massenemigration irischer Landsleute und dem prägenden Einfluss irischer Folk-Musik weltweit. Dies wird auch beim unmittelbar folgenden Auftritt des blutjungen Quartetts Boxing Banjo deutlich: Viele ihrer Instrumentalparts erinnern an Bands, die sich auf den vorderen Plätzen der Charts tummeln: Lumineers und Mumford and Sons schätzen unüberhörbar das musikalische Rohmaterial von der grünen Insel. Und Ed Sheeran, dessen „Galway Girl“ später Teil der von viel Beifall begleiteten Zugabe werden wird, kreierte diesen Pop-Hit 2017 gemeinsam mit der Irish-Folk-Band Beoga. Die Songs von Boxing Banjo, das sind die Brüder Dara und Mick Healy an Akkordeon und Tenor-Banjo, der Gitarrist und Sänger Seán O’Meara und der gut aufgelegte Fiddler Joseph McNully, leben von der abwechselnden Vielfalt der melodieführenden Instrumente. Für einen optischen Höhepunkt sorgt die bezaubernde westirische Step-Tänzerin Sandra Ganley. Die zweite Konzerthälfte beginnt mit dem Quintett Breabach. Dessen Besetzung ist seit zehn Jahren gleich: Megan Henderson (Geige und Gesang), James Lindsay (Kontrabass), Ewan Robertson (Gitarre, Gesang) sowie Calum MacCrimmon und James Duncan Mackenzie (Dudelsack und Flöten). Die Formation aus Glasgow präsentiert ein Set, dessen Titel durch abwechslungsreiche Vielfalt überzeugen. Seh- und hörenswert sind die kraftstrotzenden Passagen, bei denen beide irische Sackpfeifen dominant eingesetzt werden, die von Henderson gesungenen Titel und das getragene Stück „The Last March“ bei dem sich Fiddle und Querflöte bei der Melodieführung abwechseln, ehe Rahmentrommel, Bass und Gitarre das Tempo forcieren. Betont rhythmisch ist „Knees Up“ konzipiert, das nochmals alle Klangfacetten von Breabach auffächert.

Zum Fest im Festival wird auch beim 19. Irish-Spring-Konzert – einmal mehr – das furiose Finale, bei dem sich alle zwölf Akteure die Bühne teilen, gemeinsam musizieren und den von viel Beifall begleiteten Folk-Abend denkwürdig ausklingen lassen.