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Richard Leisegang (Bass), Julie Mbodjé (Mezzosopran), Patrick Heil (Tenor) und Julian Knörzer (Bariton, vorne von links), unterstützt von Mitgliedern des Rhythmic Choir Baden-Württemberg.  Foto: Frommer 

Unduzo präsentiert im Osterfeld die neue Sängerin Julie Mbodjé

Pforzheim. Bemerkenswerte Weiterentwicklung: Die A-cappella-Formation Unduzo hat sich am Freitag im Kulturhaus Osterfeld deutlich besser präsentiert als bei ihrem ersten Gastspiel auf gleicher Bühne. Perfekten Satzgesang und Beatboxing hatte die im Jahr 2009 an der Musikhochschule Freiburg gegründet fünfköpfige Band bereits bei der 11. Nacht der Stimmen (2015) im Tourneegepäck.

Beim jüngsten Konzert im Malersaal gefiel Unduzo jedoch gerade mit frischen Elementen, die ein Vokal-Ensemble aus der tendenziell uniformen Masse der A-cappella-Formationen abheben.

Auf Tuchfühlung

Bestes Beispiel und ein echter Gänsehaut-Moment: Das Quintett saß bei der ersten Zugabe, dem Song „Der Clown“, vorne am Bühnenrand, ganz nahe beim Publikum, und trug diese eindringliche Eigenkomposition ohne Mikrofone und bar jeder Verstärkung vor.

Ungewöhnliches hatte sich Unduzo auch für den Auftakt und den Start des zweiten Sets ausgedacht: 16 Choristen des Rhythmic Choir Baden-Württemberg trugen auf Suaheli das ostafrikanische Lied „Baba Yetu“ (zu Deutsch: „Vater unser“) sowie den R’n’B-Song „Dynamite“ vor. Die Mitglieder des Chors unter der Leitung von Sascha Rieger kommen aus Karlsruhe, Maulbronn, Stuttgart und Pforzheim. In der Goldstadt war der Rhythmic Choir erst unlängst im Vorprogramm von Onair in der Schloßkirche zu sehen und zu hören. Im Osterfeld gestalteten Unduzo und Rhythmic Choir den Start der zweiten Konzerthälfte gemeinsam – mit dem Song „Astronaut“, den Patrick Heil (Tenor), Julian Knörzer (Bariton), Richard Leisegang (Bass) und Cornelius Mack (Bariton/Tenor) noch gemeinsam mit der ehemaligen Unduzo-Sängerin Linda Jesse für die aktuelle CD „Schweigen Silber, Reden Gold“ komponiert haben.

Erstmals mit von der Partie: die in Berlin und Freiburg ausgebildete Mezzosopranistin Julie Mbodjé (22). Sie bestritt im Malersaal ihren ersten gemeinsamen Live-Auftritt mit Unduzo. Die kraftvolle, dunkle Stimme der zierlichen Singer-Songwriterin besitzt ein Volumen, das sofort jeden Zuhörer fasziniert; scheinbar mühelos ragt Mbodjés nie angestrengt klingende Stimme aus der meist sonoren Männerriege der Unduzo-Sänger, was in Pforzheim gerade bei getragenen Titeln wie „Der Clown“ mehr als deutlich wurde. Julie Mbodjé erhielt in der Sparte Gesang bereits als 14-Jährige den Kulturförderpreis des NDR. Sie ist charmant, humorvoll und passt perfekt zu Unduzo, sie fügt dem ohnehin breit gefächerten Klang-Mosaik der Gruppe neue und hörenswerte Facetten hinzu.

Tänzerische Choreografie

Für weitere Höhepunkte sorgten die Unduzo-Eigenkompositionen „In der Ruhe liegt die Kraft“, „Liebes Lied“ (beide auf der CD „Schweigen Silber, Reden Gold“) und das 2009 aufgenommene „Frühlingslied“, als in den Reihen von Unduzo noch gar keine Sängerin zu finden war. Mit „Left-Right-Down“ präsentierte die Band ein von einer tänzerischen Choreografie begleitetes Uptempo-Stück und mit der zweiten Zugabe „Monika“ schlüpfrig Humoriges in zeitloser A-cappella-Tradition à la Comedian Harmonists. Fazit: toller Auftritt einer kreativen Band.