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Die Arbeit „Dancer“ (2019) des belgischen Künstlers Hans de Beeck. An der Art Basel, die heute offiziell startet, beteiligen sich in diesem Jahr 290 Galerien aus 34 Ländern.  Foto: Kefalas 
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Farbsattes Werk des US-Szene-Stars Jeff Koons.  Foto: Kefalas 

Verkäufe in Millionenhöhe: Die Art Basel zieht Extreme an und sorgt sich um den Kunstmarkt

Basel. Von Jeff Koons und Georg Baselitz bis zu einer Autoreinigungsanlage: Auf der Art Basel werden wieder Werke von Stars der internationalen Szene gezeigt, aber auch Arbeiten junger Talente, außerdem Klassiker der Moderne, von denen in Basel noch so viele zu finden sind wie sonst wohl auf keiner anderen Kunstmesse. 2000 Künstler sind dieses Jahr auf der weltweit größten Branchenmesse zu sehen, an der bis zum Sonntag 290 Galerien aus 34 Ländern teilnehmen.

Auch 2019 demonstriert die Art Basel wieder, dass sie die Messe der Extreme ist, auf der sich Superreiche aus aller Welt ein Stelldichein geben. Doch etwas ist anders. Marc Spiegler redét nicht von Expansionsprojekten und neuen Märkten. Erstmals sprach der Messeleiter von härteren Zeiten für den Kunstmarkt. Für bestimmte Galerien seien schwierige Zeiten angetreten, sagte der 51-Jährige. Erstmals habe man deshalb ein Preismodell eingeführt, das die kleineren und mittleren Aussteller fördern solle. Damit spielte Spiegler auf das Sterben der Galerien im unteren und mittleren Segment an.

Doch diese sind wichtig für die Messe, um sicherzustellen, dass alle Sammler entsprechende Angebote finden. „Das ist keine symbolische Maßnahme“, betonte Spiegler. Sie werde auch für die Art-Basel-Ableger in Miami und Hongkong greifen. Die Art Basel verstehe sich als Plattform, um Machtkonzentrationen auszugleichen, so Spiegler. Konkret sieht das Modell unter anderem vor, dass solche Galerien, die erstmals im Hauptsektor der Messe ausstellen, einen Rabatt von 20 Prozent im ersten und zehn Prozent im zweiten Jahr der Teilnahme erhalten. Vor allem dort herrschte bei den VIP-Besichtigungen gestern reger Andrang. Branchengrößen wie Gagosian, White Cube, David Zwirner und Thaddaeus Ropac buhlten mit Werken von Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Albert Oehlen und Jeff Koons um die Gunst der Sammler, die die Nischen der Mega-Galerien in Basel wortwörtlich stürmten.

Gagosian & Co. sind jene Flaggschiffe, die mit einer Handvoll Künstlern viel Geld machen und mit den Auktionshäusern von dem boomenden Markt am meisten profitieren. Laut dem vor kurzem herausgegebenen „Art Market Report“ haben sich 2018 die Umsätze der Auktionshäuser und Galerien mit Kunst weltweit auf 59,4 Milliarden Euro summiert, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Repolitisierte Kunst und Werke mit Millionenwert: Das sind auch dieses Jahr wieder die Trends. Auf der Unlimited, wie der Sektor mit monumentalen Skulpturen und raumfüllenden Installationen heißt, finden sich zahlreiche Arbeiten, die Rassismus, Sexismus und Gewalt ins Visier nehmen. Hinter der weißen und ansprechenden Ästhetik von „LifeDress“ der Spanierin Alicia Framis verbirgt sich das Thema sexueller Missbrauch und Gleichberechtigung von Frauen. Die Installation besteht aus Puppen, die schicke Kleider tragen. Sobald man sie jedoch anfasst, entfalten sie sich wie Airbags. Um die Metoo-Debatte geht es auch Andrea Bowers in „Open Secret“. Auf langen roten Bahnen präsentiert die US-Amerikanerin 100 Texte, die unter anderem Namen und Beruf von Personen enthalten, die des sexuellen Übergriffs beschuldigt werden. In anderen Arbeiten stehen Natur und Mensch im Vordergrund.