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Dieter Weber (rechts) vom Freiburger Modo-Verlag unterhält sich im Reuchlinhaus mit Rainer Bartels über den Druck von Kunstbüchern.  Foto: Seibel 

Verleger Dieter Weber über aufwendige Kunst- und Künstlerbücher

Pforzheim. Um die Zukunft des gedruckten Buchs macht sich Dieter Weber keine Sorgen. Zwar würden die Zahlen der Buchkäufer im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung sinken, die Verbliebenen jedoch seien bereit, deutlich mehr Geld für die Druckwerke auszugeben.

Bücher, wie sie der Modo-Verlag des Freiburger Verlegers Weber herausgibt. Im Reuchlinhaus sprach der Büchermacher jetzt mit Rainer Bartels über seine Arbeit. Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen der Sektion Literatur/Bildende Kunst des Kulturrats und dem Kunstverein.

Seit über zwei Jahrzehnten gibt der Verlag nicht nur Kunstbücher in kleiner Auflage heraus, sondern auch Künstlerbücher. Diese Unikate werden von den Künstlern selbst gestaltet. Dabei entstehen zunehmend nachgefragte Werke, die oft weit über übliche Skizzenbücher und -Sammlungen hinaus gehen. Solche Künstlerbücher sieht Dieter Weber auch als eine Art „Gegenbewegung zu neuen Technologien“ an. Diese würden zwar seiner Ansicht nach das Buchdruckerwesen nicht bedrohen. Dennoch stehen diese Werke im Gegensatz zu Druckerzeugnissen, die in hoher Auflage oft im Online-Buchhandel und über Ketten vertrieben werden. Kleine Verlage wie Modo mit seinen fünf festen und fünf freien Mitarbeitern haben dabei weder mit dem einen, noch mit dem anderen Vertriebsweg leichtes Spiel. Während es bei den Buchhandelsketten laut Weber kaum möglich sei, mit dem eigenen Verlagsprogramm vertreten zu sein, würden vor allem Lagerbestände über den dominierenden Online-Handel vertrieben. Die große Anzahl von Retouren oftmals auf dem Versandweg beschädigter Bücher sorgt bei den Freiburgern jedoch für hohe Kosten, die den Wert eines Buches oft überträfen.

Mit Widrigkeiten zu kämpfen haben die Experten auch in der alltäglichen Produktion. Jedoch handelt es sich dabei um die üblichen Herausforderungen beim originalgetreuen Wiedergeben von Farben und Tönen der abzubildenden Kunstwerke im Druck. Weber führte dafür das Beispiel von verschiedenen Schwarztönen innerhalb eines Bildes an, die sich nicht nur in unterschiedlichen Lichtsituationen, sondern auch auf unterschiedlichen Computerbildschirmen jeweils anders darstellten. Und dann ist da ja noch der Kunde, der die Farben vielleicht noch einmal ganz anders wahrnimmt und Einfluss auf das Endergebnis nehmen möchte.

In jedem Fall nehmen aufwendig gedruckte Kunstbücher eine besondere Stellung in der digitalisierten Gegenwart ein, waren sich die Beteiligten sicher. Rainer Bartels, Moderator des Nachmittags, äußerte schließlich die leise Hoffnung, dass sorgfältig gestaltete Bücher auch in Zukunft über Generationen hinweg weitergegeben werden würden.