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Werner Lämmerhirt gilt als legendärer Fingerpicking-Gitarrist.  Frommer
Werner Lämmerhirt gilt als legendärer Fingerpicking-Gitarrist. Frommer
05.11.2015

Verliebt in Technik – Werner Lämmerhirt im Gasometer

Pforzheim. Technik ist Männersache. Gitarrentechnik wohl auch. Beim bestens besuchten Prisma-Konzert von Fingerpicking-Ikone Werner Lämmerhirt lag das Zahlenverhältnis anwesender Männer zu Frauen ungefähr bei fünf zu eins.

Immerhin. Aber Spaß beiseite: Neben grandioser Spieltechnik und Songs mit Sogwirkung bescherte der Berliner den Gästen im Gasometer Ansagen, die alles boten: Anekdoten aus dem langen Musikerleben des inzwischen 66-Jährigen, gesellschaftskritische Kommentare und immer wieder kleine Hinweise zu Spiel- und Stimmtechniken an der akustischen Gitarre. Alles zusammen war ein spannender Hörgenuss und bot den einen oder anderen recht tiefen Einblick in die gitarrenverliebte Lebenswelt des Soundtüftlers.

Zwischen den Songs „Lass uns tanzen“ und „Immer nach Süden“ erklärt Lämmerhirt nebenbei die offene DADGAD-Stimmung und grinst: „Das Schöne ist, das kann kein klassischer Gitarrist spielen. Nur Folkies, denn alles ist anders: Harmonien. Griffe. Alles“. Die schwungvolle Hommage „Don’s Boogie“ an den kanadischen Komponisten und Gitarristen Don Ross, der, so Lämmerhirt, in der Szene nur „das Tier“ genannt würde, trägt er in der zweiten Konzerthälfte an einer in F-Dur gestimmten Welsch-Gitarre vor. Zum Abschluss reiht der bestens gelaunte Lämmerhirt eine akustische Perle an die andere: „Erinnerungen“ (inspiriert von Bob Dylans „Girl Of The Northern Country“), „Am Strand“ und die in Dreivierteltakt gespielte Zugabe „Fast wie neu“ zählen zu den Highlights des langen, erst nach 23. 30 Uhr ausklingenden Konzertabends.