nach oben
Zwischen Jazz und Latin: Hotel Bossa Nova mit Sängerin Liza da Costa.   Frommer
Zwischen Jazz und Latin: Hotel Bossa Nova mit Sängerin Liza da Costa. Frommer
14.10.2015

Verträumte Stimmungsbilder: Quartett Hotel Bossa Nova gastiert im Kulturhaus Osterfeld

Es ist einfach eine kurzweilige Mischung: Das Quartett Hotel Bossa Nova lässt brasilianische Rhythmen und Jazz mit portugiesischen Elementen zu einem süffigen Sound-Cocktail verschmelzen, der die Zuhörer mit spielerischer Leichtigkeit und Lautmalerei in imaginäre Landschaften entführt.

Im Mittelpunkt von Hotel Bossa Nova steht seit der Gründung 2005 die wandlungsfähige Stimme der portugiesisch-indischen Sängerin Liza da Costa. Drei versierte Musiker aus Wiesbaden – Alexander Sonntag am Kontrabass, Wolfgang Stamm am Schlagzeug  und Tilmann Höhn an der Gitarre – machen das Quartett komplett. Gemeinsam verstehen sie es, tdie eils ausgelassen perlende Songs mit solistischen Kabinettstückchen, einer Prise Samba und schwebender, bisweilen sinnlich verträumter Atmosphäre zu einem ganz eigenen Klangerlebnis zu verschmelzen.

Neues Album vorgestellt

Im Kulturhaus Osterfeld präsentiert die Band das neue Album „Desordem e Progresso“ („Unordnung und Fortschritt“). Politisch will Liza da Costa das nicht verstanden wissen: „Das Wort Unordnung steht für unseren Zustand, wenn es an die ersten Aufnahmen für ein neues Album geht.“

Aber die kreative Unordnung liegt, zumindest beim Auftritt im Kulturhaus Osterfeld, weit hinter der Band. Locker-leicht, ganz unangestrengt kommen die Eigenkompositionen von Hotel Bossa Nova live daher. Den neu aufgenommen Titeln – beispielsweise „Estrada amarela“ („Gelbe Lehmstraße“) oder das rockig dargebotene „Seja agora“ („Jetzt“) – wohnt der gleiche an ein Kaleidoskop erinnernde Zauber inne, wie den schon früher eingespielten Songs „Tapete escaldante“ („Glühender Boden“) aus dem Album „Bossanomia“ oder das getragene „Ventura“ aus dem Album „Na Meia Luz“. Mit dem Schlusstitel „Canção Da Meia Noite” („Lied zur Mitternacht“) aus „Supresa“ und der (einem traditionsreichen Lissabonner Kaffeehaus gewidmeten) Zugabe „Café A Brasileira“ beschließen Liza da Costa und Hotel Bossa Nova einen Konzertabend, der musikalisch keine Wünsche offenließ, aber mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.