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Agiert auf der Bühne des alten E-Werks mit ausladenden Gesten und starker Mimik: Bruno Grassini. Foto: Roller
Agiert auf der Bühne des alten E-Werks mit ausladenden Gesten und starker Mimik: Bruno Grassini. Foto: Roller
Andrea Pagani. Foto: Roller
Andrea Pagani. Foto: Roller
05.02.2018

Viele bekannte Melodien bei Musicalnacht in Eutingen

Pforzheim. Herzschmerz, Liebeskummer, Lebensfreude, Sehnsucht, das Gefühl, im Leben alles richtig gemacht zu haben. Und das alles dargeboten von zwei kräftigen, ausdrucksstarken Stimmen: Was will man mehr an einem Musical-Abend?

Drei Stunden lang präsentieren Andrea Matthias Pagani und Bruno Grassini am Samstagabend im alten E-Werk in Eutingen Nummern aus bekannten Musicals, hin und wieder einen Chanson oder einen Schlager.

18 Jahre kennen sich die beiden Sänger schon. „Anderthalb Italiener“ seien sie, scherzt Pagani lächelnd. Klar, dass man dann auch etwas Italienisches singen muss. Aber was? Wie wäre es mit „Azzuro“ von Adriano Celentano? Mit „Caruso“ von Andrea Bocelli oder mit „Un bacio al’italiana“, besser bekannt als „Zwei kleine Italiener“? Am besten einfach alle drei.

Wandlungsfähige Stimmen

Die Sänger scheinen fast alles in Richtung Publikum schmettern zu können mit ihren wandlungsfähigen Stimmen – egal, ob alleine oder im harmonischen Duett. Egal, ob es harte Rocknummern sind, schmissige Popsongs, gefühlvolle Balladen, schwungvolle Gospels oder ein Schlager von Zara Leander. Alles Nummern, die einem irgendwie bekannt vorkommen, die man irgendwo schon mal gehört hat. 25 Songs stehen am Samstagabend auf dem Programm, unter anderem aus „Hairspray“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Sister Act“, „Chess“, „Titanic“, „Secret Garden“ und „Nine“. Meistens kommt die Musik dazu aus dem Lautsprecher. Aber manchmal setzt sich Pagani, der als Musical-Darsteller viele Jahre am Theater Pforzheim gastierte, an sein Keyboard und beginnt, in die Tasten zu langen. Und manchmal, da kommt Holger Kröner auf die Bühne, um die beiden Sänger an seiner Gitarre oder mit seiner Mundharmonika zu begleiten.

Tuschelnde Zuschauer

Ihren Gesang unterstreichen Pagani und Gaststar Grassini mit ausladenden Gesten und einer starken Mimik. Auf der Bühne lassen sich die beiden durch nichts aus der Ruhe bringen. Nicht durch knisternde Geräusche im Gitarrenklang, nicht durch ein pfeifendes Mikrofon. Und schon gar nicht durch Zuschauer, die in der ersten Reihe miteinander tuscheln. „Wollt ihr was mit uns besprechen?“, fragt Pagani. Er spielt mit seinen Zuhörern, klärt sie über Dialekte auf, erzählt kleine Anekdoten und wenn einer ein paar Minuten zu spät kommt, fällt ihm dazu auch ein Spruch ein. Das Publikum singt mit, pfeift mit und klatscht mit. Getanzt wird zwar nicht, dafür am Schluss so lange und so laut applaudiert, dass der kurzweilige Abend erst nach der dritten Zugabe endet.