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Andy Warhols „The Three Gentlemen“ zeigt Hubert, Franz und Frieder Burda (von links).  Foto: Andy Warhol Foundation for the Visual Arts 
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Edward Hoppers Gemälde „Gas“ aus dem Jahr 1940.  Foto: MoMA 

Vielfältiges Kunstprogramm mit Claudia Baumbusch: Große Ausstellungen im Frühjahr

Pforzheim. Berühmte Künstler und hochkarätige Sammlungen: Das neue Programm von Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch im PZ-Forum schlägt einen spannenden Bogen und gibt Einblicke in die bedeutenden Ausstellungen des Frühjahrs. Und wie in den vergangenen Jahren gelingt es der Pforzheimerin, Kunstgeschichte mit der gesellschaftlichen und politischen Situation der vorgestellten Künstler auf ebenso informative wie unterhaltsame Art vorzustellen.

Edward Hopper

Von 26. Januar bis 17. Mai widmet die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel dieser Ikone der amerikanischen Kunst eine Ausstellung. Claudia Baumbusch begibt sich auf Spurensuche nach den Einflüssen dieses Künstlers: 1882 in Nyack, New York, geboren, studierte er nach einer Ausbildung zum Illustrator bis 1906 Malerei an der New York School of Art. Neben der intensiven Beschäftigung mit deutscher, französischer und russischer Literatur boten besonders Maler wie Velázquez, Goya, Courbet und Manet dem jungen Künstler wichtige Orientierungspunkte. Obwohl Hopper lange Zeit hauptsächlich als Illustrator arbeitete, ist er heute vor allem für seine Ölgemälde bekannt, die von seinem großen Interesse an der Farbwirkung und seiner Virtuosität in der Darstellung von Licht und Schatten zeugen. Hoppers Gemälde sind Ausdruck seines einzigartigen Blicks auf das moderne Leben: Tankstellen, Häuser, Bars, Leuchttürme und Schiffe, aber auch Innenansichten von Wohnungen, Hotels und Kinos. Die wenigen Personen, die auf seinen Werken zu sehen sind, scheinen oftmals aus den Bildern herauszublicken, als ob das, was auf den Gemälden passiert, für den Betrachter gar nicht sichtbar sei. Bilder, über die es zu reden gilt.

„Impressionismus in der Skulptut

Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung – und Claudia Baumbusch hat bereits zahlreiche Vorträge über die Maler dieser Stilrichtung gehalten. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Das Städel-Museum in Frankfurt widmet sich vom 19. März bis 28. Juni in einer großen Ausstellung der Frage, was es konkret bedeutet, die Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Stimmung, Bewegung – sogar Flüchtigkeit – in feste Materialien zu übersetzen. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Paolo Troubetzkoy und Rembrandt Bugatti. Die über 160 Werke umfassende Ausstellung setzt die Skulpturen in Dialog mit impressionistischen Gemälden, Pastellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien, unter anderem von Pierre Bonnard, Max Liebermann, Henri Matisse, Claude Monet und Auguste Renoir.

„Bilder der Brüder Burda“

Was die Eltern Aenne und Franz Burda sammelten, förderte die Begeisterung der drei Brüder Franz, Frieder und Hubert für die Kunst. Diese lebenslange Leidenschaft dokumentiert die Ausstellung von 28. März bis 30. August im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Von Max Beckmann über Ernst Ludwig Kirchner bis zu Gabriele Münter: Es ist der deutsche Expressionismus, dem die drei Brüder ihre erste Begegnung mit Kunst verdanken. Die Ausstellung spürt den Wurzeln der Sammlungstätigkeit der drei nach und zeigt die individuellen Entwicklungslinien ihrer persönlichen Begeisterung für Kunst auf, die sich vor allem auch in der zeitgenössischen Malerei niederschlägt.

„Herzstücke: Sammlung Henri Nannen“

Ein weiterer wichtiger Sammler war der Gründer und langjährige Chefredakteur des Magazins „Stern“, Henri Nannen, der über Jahrzehnte eine hochkarätige Kollektion aufgebaut hat. Die Kunsthalle Tübingen zeigt von 4. April bis 7. Juni unter dem Titel „Herzstücke“ über 70 Hauptwerke von 40 Künstlern der Sammlung Kunsthalle Emden – eine Bilderreise durch die expressiv-figurative Kunst des 20. Jahrhunderts: von bekannten Meisterwerken des deutschen Expressionismus mit Künstlern der Brücke und des Blauen Reiters über die expressiven Tendenzen der Nachkriegszeit bis in die 1990er-Jahre.

Francisco de Goya – Leben und Werk

Die Fondation Beyeler widmet von 17. Mai bis 16. August eine der bisher bedeutendsten Ausstellungen außerhalb Spaniens dem berühmten Maler Francisco de Goya (1746–1828). Sehr spannend ist seine ambivalente und recht widersprüchliche Stellung als einer der letzten herausragenden Porträtisten in der Tradition der europäischen Hofkünstler und als Erfinder von rätselhaften Bildern, die er in einem von ihm selbst geschaffenen Raum künstlerischer Freiheit realisiert. Viele seiner Werke zeigen menschliches Verhalten in einer Abgründigkeit und Komplexität, die unwiderruflich aus den gesellschaftlichen Konventionen herausführen. Der Schwerpunkt der Ausstellung wird auf Goyas reife und späte Schaffenszeit gelegt, darunter so berühmte Bilder wie „Bekleidete Maya“, „Hexensabbat“ und „Stierkampf“.

Bildergalerie: www.pz-news.de