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Inspiriert von der Natur: Fotografie und Objekte von Waltraud Munz-Heiliger. Foto: Ketterl
Inspiriert von der Natur: Fotografie und Objekte von Waltraud Munz-Heiliger. Foto: Ketterl
Auf der Spur des Bauhaus: konstruktive Arbeit von Tine Bay Lührssen. Foto: Ketterl
Auf der Spur des Bauhaus: konstruktive Arbeit von Tine Bay Lührssen. Foto: Ketterl
Rauminstallation mit Wasser und Sand von Carlotta Brunetti. Foto: Ketterl
Rauminstallation mit Wasser und Sand von Carlotta Brunetti. Foto: Ketterl
Performative Videokunst der Ausstellungsinitiatorin Brigitte Neufeldt. Foto: Ketterl
Performative Videokunst der Ausstellungsinitiatorin Brigitte Neufeldt. Foto: Ketterl
09.11.2018

Vier Künstlerinnen feiern die Vielfalt in der Galerie Brötzinger Art

Pforzheim. Installationen, Zeichnungen, Collagen und Fotografie: Es war die Idee der in Monakam arbeitenden Brigitte Neufeldt, sich mit drei befreundeten Künstlerinnen gemeinsam für eine Ausstellung in der Galerie Brötzinger Art zu bewerben.

Unter dem Titel „Vier Künstler – vier Positionen“ dreht sich die Schau, die am Freitag um 20 Uhr eröffnet wird, um Kontraste und Unterschiedlichkeit. „Mich hat es gereizt, dass jede von uns anders arbeitet“, sagt sie. Zumindest bei drei Künstlerinnen lässt sich Naturbezug entdecken.

Brigitte Neufeldt selbst zeigt Videokunst. Die einige Minuten langen Filme setzen auf starke Kontraste: So ist eine ihrer Performances im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen, untermalt von einer bedrohlich anmutenden Klangkulisse. Um den Raum zu erfahren, balanciert sie die Bodenfläche aus. Neufeldt liegt, spürt, verharrt. Es folgt ein vielschichtiges, buntes Video mit geradezu lieblichem Gesang. Andere zeigen Stimm- und Sprach-Performances zu ausgewählten Texten.

Carlotta Brunetti aus Starnberg hat eine Rauminstallation gestaltet. Sie stellt den ewigen Kreislauf des Wassers dar, den sie auf eine im Sand gestrandete Wolke aus Papier projiziert. Der Film zeigt die Farbigkeit und Tiefe des Wassers, das Licht, das sich bis zum Untergrund zieht. Die Arbeit ist poetisch, stellt aber auch Fragen: Wasser ist lebensspendend und -vernichtend: Sieht man vor lauter Schönheit den Tod nicht?

Tine Bay Lührssen aus Düsseldorf präsentiert Zeichnungen und Collagen, die sich mit Architektur auseinandersetzen. Dabei lotet sie mit wiederkehrenden Elementen die Funktionalität von Räumen aus, orientiert an der Formsprache des Bauhaus und mit der reduzierten Farbpalette der 1920er-Jahre. „Mich interessiert: Wie viel braucht es, um einen Raum zu definieren?“, sagt sie.

Waltraud Munz-Heiliger aus Frankfurt lässt sich von ihren Beobachtungen in Wald und Natur inspirieren – aus der Vogelperspektive. Fünf Fotografien ihrer Serie „Mirror Leaves“ zeigen mit Hilfe einer Spiegelfläche, was Blätter brauchen: Licht, Luft, Feuchtigkeit, Erde. Der Spiegel reflektiert die Umgebung des Blatts. Die Künstlerin stellt auch verfremdete Kartographien und Pilze aus Ytong-Material mit bemalter Oberfläche als Wandobjekt aus.