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Energisch: Mikael Samsonov. Molnar
Energisch: Mikael Samsonov. Molnar
01.02.2016

Voller Leidenschaft: Cellist Mikael Samsonov im alten Pfarrsaal Nöttingen

Remchingen-Nöttingen Ein Haar nach dem anderen reißt Mikael Samsonov von seinem Bogen. Der Cellist aus Weißrussland spielt energisch, wild, fast rücksichtslos. Im alten Pfarrsaal Nöttingen gastiert er mit Maciej Szyrner, einem gleichermaßen temperamentvollen Pianisten aus Polen. Beide nehmen sich in nichts zurück, wenn es darum geht, die ganze Palette an Emotionen und Spieltechniken auszuschöpfen, weder bei Rachmaninovs inniger Vocalise op. 34 Nr. 14, noch bei Brahms’ Cellosonate F-Dur op. 99.

Mit heftigem Vibrato und kraftvollem Strich geht der Cellist an Rachmaninov heran. Schon jetzt tropft ihm der Schweiß von der Stirn. Bei Brahms wirken die ruhigen Passagen fast wie eine Liebkosung der Instrumente, so leidenschaftlich spielt das Duo den dramatischen Kopfsatz. Weitaus sanglicher dagegen das Adagio, mitreißend und kontrastvoll der dritte Satz. Die Musiker begeistern auch mit solistischen Feuerwerken. So präsentiert Samsonov eine farbintensive und spannungsgeladene Sonate für Violoncello Solo op. 8 von Zoltán Kodály. Sein Instrument dient ihm als Werkbank, an dem er sägen, feilen, schleifen kann. Poesie und Kraft vereint der Pianist bei Chopins Ballade g-Moll Op. 23. Dann noch ein gemeinsamer Tschaikowsky – mehr Gefühl geht wirklich nicht. Anita Molnar