nach oben
Große Stars – wie hier die Schauspielerin Meg Ryan – haben laut Spreitzenbarth wenig Allüren. Schwieriger sei der Umgang mit nur mittelmäßig erfolgreichen.
Große Stars – wie hier die Schauspielerin Meg Ryan – haben laut Spreitzenbarth wenig Allüren. Schwieriger sei der Umgang mit nur mittelmäßig erfolgreichen.
Auch Mischa Bartons Porträt ist im Osterfeld zu sehen.  Spreitzenbarth
Auch Mischa Bartons Porträt ist im Osterfeld zu sehen. Spreitzenbarth
Mit Tyra Banks arbeitet Spreitzenbarth häufig zusammen.
Mit Tyra Banks arbeitet Spreitzenbarth häufig zusammen.
15.01.2016

Von Mühlacker nach New York: Fotograf Spreitzenbarth lichtet die Größten ab

Es sind lebendige Menschen, die Udo Spreizenbarth in den Fokus nimmt. Das war damals so, als der jetzige Star-Fotograf seine ersten fotografischen Gehversuche unternommen und in seiner Heimatstadt Mühlacker die Freunde porträtiert hat.

Menschen waren die Motive, als Spreitzenbarth beim Architekturstudium in Darmstadt nicht kalte Häuser in den Fokus gestellt – sondern die Modefotografie für sich entdeckt hat. Und Menschen sind auch jetzt noch sein Motiv. Topmodels, Schauspieler, Stars lichtet er ab – und entlockt ihnen ungeahnten Ausdruck. Eine Auswahl seiner Werke ist bald in Pforzheim zu sehen. Denn ab Mittwoch, 20. Januar, zieren zehn seiner Fotografien das Foyer des Kulturhauses Osterfeld.

Aus seinem Wohnort New York hat er die großformatigen Porträts solcher Stars wie Meg Ryan oder Tyra Banks mitgebracht in die alte Heimat. Es vergeht kein Jahr, in dem er nicht nach Deutschland zurückkehrt, die Schwester in Eisingen besucht oder sich mit den Freunden aus Mühlacker Tagen trifft. Nur die Perspektive, der Eindruck hat sich geändert.

„Als ich in meiner das erste Mal in Hamburg war, war ich vom Trubel überwältigt. Wenn ich jetzt in deutsche Städte zurückkehre, komme ich mir vor wie in einem Luftkurort“. Denn New York ist ein anderes Pflaster.

Dort wohnt er seit über 20 Jahren, hat seinen Platz im gesellschaftlichen Leben der Stadt gefunden – und ihn hart erarbeitet. Denn New York hat nicht auf ihn gewartet. Auf ihn, der sich noch nicht zwischen Architekturstudium und der beginnenden Fotografenkarriere entscheiden konnte, als er das erste Mal für zwei Wochen mit einem Freund anreist. Auf einmal aber ist alles klar. „Als ich gelandet bin, wusste ich: Ich will Fotograf sein – und zwar in New York.“ Mit einer geborgten Kamera im Gepäck beginnt er Klinken zu putzen – und ergattert erste Aufträge.

Spreitzenbarth hat zwei Trümpfe im Ärmel. Mit etwas Glück ist ihm noch in Deutschland ein Shooting mit Cindy Crawford geglückt. Mit solchen Fotos in der Mappe öffnen sich Türen, die sonst verschlossen sind. Etwas anderes sorgt dafür, dass sie offen bleiben. „In New York wird manchmal mehr geredet als gemacht. Als Deutscher hat man aber einen anderen Ruf. Man wird als sehr zuverlässig, auch ehrlich wahrgenommen. Das sind Tugenden, die gut ankommen.“ Gerade in der schnelllebigen Welt der Prominenten, in der mehr Aufträge auf Partys vereinbart werden als am Schreibtisch.

Caravaggio als Vorbild

„Ich habe mich einige Zeit aus dem gesellschaftlichen Leben etwas zurückgezogen“, sagt Spreizenbarth. „Aber auf Dauer geht es nicht. Man muss zu einem gewissen Maße mitspielen.“ Nur so bleibt man im Gespräch. „Wenn Du in New York still stehst, bist Du weg“. Spreizenbart steht nicht still. Arbeitet mit Stars wie Meg Ryan oder den Beach Boys zusammen, hat ein Shooting bei „Americas Next Topmodel“ geleitet oder die Darsteller des Musicals „Das Wunder von Bern“ fotografiert. Was macht seine künstlerische Handschrift aus? Es ist das Licht- und-Schattenspiel, Spreitzenbarths Vorliebe für weiße Haut auf dunklen Düster-Flecken. „Viele Fotografen wollen Schatten vermeiden, alles ausgeleuchtet und glatt haben. Das ist nicht mein Stil“. Gibt es ein Vorbild für seine Bildersprache? „Ich war schon immer fasziniert von den Renaissance-Gemälden, von Caravaggio, der dieses Licht-und-Schatten-Spiel ja fast erfunden hat“, sagt Spreitzenbarth. „Wenn aus der Dunkelheit auf einmal das Licht hervorbricht, das finde ich faszinierend. Diese Tiefe versuche ich auch mit meinen Fotos zu erreichen.“ Ob ihm das gelungen ist, ist ab Mittwoch im Osterfeld zu sehen.