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Mercury, der im Alter von 45 Jahren starb, fühlte sich von der Münchner Mentalität angezogen. Foto: epa
Mercury, der im Alter von 45 Jahren starb, fühlte sich von der Münchner Mentalität angezogen. Foto: epa
24.11.2016

Vor 25 Jahren starb Freddie Mercury – Wichtige Zeit verbrachte er in München

München. Es muss eine unglaubliche Party gewesen sein, damals Mitte der 1980er-Jahre in München. Die Schwulenszene hatte sich in schwarz-weiße Schale geworfen, um im Travestie-Club „Old Mrs. Henderson“ niemand Geringeren als Freddie Mercury zu feiern, der dort zu seinem Geburtstag das legendäre Musikvideo zu „Living On My Own“ drehte. „Ich habe drei Tage nicht gewusst, wie ich nach Hause gekommen bin und wie lange die Party überhaupt ging“, sagt Peter Ambacher, der damals zu Mercurys Clique gehörte.

Rund 30 Jahre später steht Ambacher wieder vor dem Club und erinnert sich an die für ihn guten alten Zeiten, in denen der Champagner aus Magnum-Flaschen floss. Er sei im Grunde der letzte Überlebende aus der Clique, sagt er, als er kurz vor Mercurys heutigem 25. Todestag durch München führt.

Die Party habe 1985 zu Mercurys 39. Geburtstag stattgefunden, sagt er. Der Münchner Klatschreporter Michael Graeter und andere Quellen sind sich dagegen sicher, es war ein Jahr später und der runde 40. Geburtstag. Aber wie dem auch sei – ausschweifend ging es in jedem Fall zu, und zwar nicht nur an diesem Abend, sondern die ganze Zeit, in der Mercury sich Anfang der 1980er-Jahre überwiegend in der bayerischen Landeshauptstadt aufhielt.

Ambacher zeigt dem Sänger Rob Comber, der in der Show „Queenmania“ Mercury spielt, die ehemaligen Wohnungen des Sängers und die Clubs, in denen sie damals zusammen rumhingen. Er zeigt das Lokal von Mercurys großer Liebe, seines damaligen Lebensgefährten Winnie, dem der Superstar zum Geburtstag ein Auto mit Herz und überdimensionaler Schleife vor die Tür stellte. „Er wurde hier von seinem Winnie sehr gut bekocht“, sagt Ambacher. „Schweinshaxe hat er gern gegessen.“

Tagsüber, so sagt er, habe man den Sänger nie gesehen. „Er war ein Nachtmensch – wie wir alle.“ Und „sehr schüchtern“ sei er auch gewesen. „Er war ein wunderbarer Mensch“, sagt Ambacher, der Mecury in der Männersauna „Fisherman’s“ kennengelernt hat. Und München habe er geliebt, „weil es so unkompliziert war. Er konnte hier einfach leben und laufen.“