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Tobias Reisige (Mitte) holt alles aus seinen Blockflöten – und wird von Anto Karaula (rechts) und Markus Conrads unterstützt. Foto: Molnar
Tobias Reisige (Mitte) holt alles aus seinen Blockflöten – und wird von Anto Karaula (rechts) und Markus Conrads unterstützt. Foto: Molnar
02.06.2017

„Wildes Holz“ im Kulturhaus Osterfeld: Blockflöte im Fokus

Pforzheim. Wer hätte gedacht, dass man mit der Blockflöte Guns N’ Roses, Aerosmith und Deep Purple spielen kann? Die drei Musiker von „Wildes Holz“ machen’s möglich, rücken das scheinbar altbackene Einstiegs- als Rockinstrument in den Vordergrund – bei ihrem neuen Programm „Astrein – Freiheit für die Blockflöte“.

Der Auftritt des Recklinghäuser Trios im Kulturhaus Osterfeld ist ihr erster in Pforzheim. Und wenn’s auch etwas voller hätte sein können, so könnte die Stimmung kaum besser sein. Denn Tobias Reisige (Blockflöte), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass) verrocken nicht nur Bach und Mozart, sondern bringen neben eigenen Kompositionen auch bekannte Rocksongs in neuem Sound auf die Bühne. „Walk This Way“ von Aerosmith zum Beispiel, bei dem der Flötist mit vollem Elan abrockt. Noch eins drauf setzt er bei „Speed King“ von Deep Purple, wo er wie ein Hardrocker auf die Knie fällt. Zudem wummert der Heavy-Metal-Song, als wäre eine ganze Band auf der Bühne. Denn freilich wäre der Flötist, der 14 verschiedene Flöten dabei hat, ohne seine Partner aufgeschmissen. Mit reichlich Verstärker kommen sie daher – und einer Loop-Maschine, mit der der Flötist ein eindrucksvolles Solo aus übereinandergelegten Melodien erzeugt. Immer wieder dringt auch der Humor beim Spielen durch, bei Bachs „Badinerie“ zum Beispiel, die urplötzlich in „Billie Jean“ von Michael Jackson und „Paradise City“ von Guns N’ Roses übergeht.