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Sebastian Eberhardt ist seit 2013 der künstlerische Leiter der Maulbronner Klosterkonzerte.  Süsse-Krause
Sebastian Eberhardt ist seit 2013 der künstlerische Leiter der Maulbronner Klosterkonzerte. Süsse-Krause
19.02.2016

„Wir wollen junge Leute für die Musik begeistern“

PZ: Die neue Saison der Klosterkonzerte ist von einer Zäsur geprägt: Jürgen Budday tritt als Dirigent des Maulbronner Kammerchors ab. Schon vor drei Jahren hat er die Leitung der Klosterkonzerte an Sie übergeben. Was wäre die Konzertreihe ohne ihn?

Sebastian Eberhardt: Die Klosterkonzerte sind ohne ihn in ihrer heutigen Form nicht denkbar. Es gab zwar auch davor eine Konzertreihe, die „Klosterkonzerte“ hieß. Die großen Namen der klassischen Musik sind in Maulbronn aber erst aufgetreten, seitdem Jürgen Budday die Klosterkonzerte übernommen hat. Sein Verdienst ist es, dass mit dem Maulbronner Kammerchor das Hausensemble auf einem vergleichbar hohen Niveau ist.

Mit Benjamin Hartmann tritt sein Nachfolger in dieser Saison an. Wie ist die Zusammenarbeit?

Bejamin Hartmann ist schon jetzt regelmäßig in Maulbronn. Er studiert gerade noch in Stockholm und wird im Sommer fertig. Wir sind in regelmäßigem Kontakt, auch was die Planung der Saison 2017 angeht. Im Juli tritt er seine Stelle an. Dann gibt es einige Singwochenenden, um ihn kennenzulernen. Sein Einstand ist beim A-cappella-Konzert am Samstag, 24. September.

Der Vertrag mit der Geschäftsführerin Sarah Baltes wurde nicht verlängert. Gibt es einen Nachfolger?

Wir haben die Konzeption der Stelle geändert – und suchen jetzt einen Geschäftsführer, der eine kaufmännische Ausrichtung hat. Das ist bei einem so großen Konzertbetrieb einfach ein großer Teil der Arbeit. Das Besetzungsverfahren läuft. Wir hoffen, es in den nächsten Monaten abzuschließen.

Und wo stehen die Klosterkonzerte in zehn Jahren?

Das ist natürlich Spekulation. Ich würde mir wünschen, dass die Klosterkonzerte weiterhin eine feste Größe in der württembergischen Kulturlandschaft sind. Und ich habe den Wunsch, dass wir es schaffen, viele junge Leute für die klassische Musik zu begeistern.

Auch in der aktuellen Saison gibt es viele Angebote für Kinder. Ist das Ihr Steckenpferd?

Ja, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen müssen wir dafür sorgen, dass es auch in der Zukunft musikbegeisterte Menschen und damit potenzielle Konzertbesucher gibt. Wichtig ist mir aber auch: Mit dem evangelischen Seminar ist eine Schule der Veranstalter der Klosterkonzerte. Diese Verbindung will ich stärken. Schon jetzt besuchen Musiker den Unterricht, oder wir bieten Workshops und Kinderkonzerte an. Übrigens nicht nur für unsere Schüler. Die Resonanz aus dem gesamten östlichen Enzkreis ist sehr gut. Unser Schulkonzert am Montag, 27. Juni, ist schon jetzt gut gebucht.

Gibt es einen Geheimtipp für das aktuelle Programm?

Das Musica-Sacra-Wochenende vom 13. bis zum 15. Mai ist ein tolles Angebot – es verbindet Konzerte mit musikalisch-theologischen Einführungen, Gottesdiensten und einem Klostertag am 14. Mai. Das ist eine ganz besondere Atmosphäre. Man braucht dazu keine besondere Kirchennähe, sondern kann beispielsweise nur die Konzerte besuchen – oder sich auch auf die theologischen Angebote einlassen.

Seit Jahrzehnten ist mit „Pimpinone oder die ungleiche Heyrath“ wieder eine Oper in Maulbronn zu sehen. Was erwartet die Zuschauer am Samstag, 16. Juli?

Das Werk ist eine ziemlich lustige Kurzoper von Georg Philipp Telemann. Pimpinone hat seine Haushälterin geheiratet und erwartet, dass sie ihm eine gute Ehefrau sein wird. Doch die denkt gar nicht daran. Telemann konnte sich wohl in diese Konstellation besonders gut reindenken, weil es bei ihm zu Haus ähnlich zugegangen sein soll. Das Werk wird im Kreuzganggarten – also Open Air – aufgeführt. Ich freue mich auf einen schonen Sommerabend, ein Erlebnis für Augen und Ohren.