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27.07.2009

Wirtschaftssponsoren könnten „Das Fest“ sichern

KARLSRUHE. Rekordverdächtige Besucherzahlen, gestiegener Umsatz, keine Zwischenfälle und jede Menge gute Stimmung - nach dem jüngsten Erfolg für das Karlsruher Open-Air-Festival „Das Fest“ sollten sich die Unternehmen in der Region nach Ansicht der Stadt stärker für das jährliche Musikfest engagieren.

„Der Sponsorenpool sollte erweitert werden“, forderte Karlsruhes Erster Bürgermeister Harald Denecken (SPD) am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das werde zwar bedeuten, dass die Wirtschaft auch ein Mitspracherecht bei den künftigen Festivals erhalte. „Aber es wäre ein wichtiger Schritt für ein tragfähiges Konzept“, sagte der Kommunalpolitiker.

Für die Festivalleitung könne der diesjährige Erfolg mit - nach Veranstalterangaben - mindestens 350000 Zuschauern sowie ein Wirtschaftspool erste Schritte in Richtung einer eigenständigen GmbH sein. „Wir müssen die Organisation auf eigene Füße stellen“, sagte Denecken. Dann sei abzusehen, dass das zuletzt aus finanziellen Gründen vom Aus bedrohte „Fest“ auch in den kommenden Jahren die Massen anziehen werde.

In den vergangenen Festivaltagen hätten die Zuschauer „mit den Füßen über die Zukunft des Festivals“ abgestimmt. „An diesem Wahlergebnis kann kein Gemeinderat und kein Ausschuss vorbeigehen“, sagte Denecken. In den kommenden Monaten wollen die Stadt und der veranstaltende Stadtjugendausschuss über die Perspektiven für das - laut Veranstalter - größte süddeutsche Umsonst-und-Draußen-Festival entscheiden.

Zuletzt hatte am Sonntagabend Reggae- und HipHop-Star Peter Fox („Stadtaffe“) bei einem seiner letzten Solo-Auftritte vor dem angekündigten Rücktritt den Massen auf dem traditionell überfüllten „Karlsruher Hügel“ eingeheizt. Vor ihm feierten die Karlsruher Musikfans bereits Gäste wie Culcha Candela, Furt (Farin Urlaub Racing Team) und Schandmaul. Nach Polizeiangaben blieb trotz der hohen Besucherzahl an den drei Festivalabenden alles ruhig.

Für den ehrenamtlichen Verein, der „Das Fest“ bislang organisierte, sind Aufwand und Risiken durch den Erfolg der vergangenen Jahre zunehmend zu groß geworden. Unter anderem hatte die Stadt zuletzt sechsstellige Zuschüsse gegeben. Die Organisatoren hatten im vergangenen Jahr bereits die Kapazität der Konzerte derart ausgeschöpft, dass das Gelände auch in diesem Jahr trotz tausender wartender Fans wiederholt abgesperrt werden musste. Ursprünglich war die Idee des 1985 ins Leben gerufenen „badischen Woodstock“, Karlsruher Bands dem einheimischen Publikum näher zu bringen. dpa