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Breiteneder favorisiert eine ruhigere Gangart auf der E-Gitarre.  Roller
Breiteneder favorisiert eine ruhigere Gangart auf der E-Gitarre. Roller
29.09.2015

Zarte Gitarrenklänge über den Bäumen – Marcus Breiteneder spielt auf dem Baumwipfelpfad

Wenn es bei einem Konzert von Vorteil ist, schwindelfrei zu sein, dann ist Marcus Breiteneder dafür verantwortlich. Auf dem Turm des Baumwipfelpfads in Bad Wildbad in einer Höhe von rund 800 Metern brachte der Gitarrist ein musikalisches Programm zum Vortrag, das in keine Schublade passt. Anlass war das Jubiläum des Baumwipfelpfads, der mittlerweile seit einem Jahr existiert.

Herrlich war der Blick auf die Schwäbische Alb, in den Kraichgau, auf den Pfälzerwald und einiger Wolken zum Trotz sogar bis zum Stuttgarter Fernsehturm. Schwer zu sagen, ob in der Region jemals in größerer Höhe die Saiten einer elektronischen Gitarre so kunstvoll gezupft wurden wie an diesem Abend von Marcus Breiteneder. Eine blutrote Gitarre hielt er in der Hand, zwei Verstärker daneben und rundherum nichts als Bäume – kurzum: Weniger ist mehr.

Seine Stücke, die vielsagende Namen tragen wie „Weightless“ – Schwerelos oder „Flying“ – Fliegen, hat Breiteneder selbst komponiert. Ein rhythmischer Beat brachte den Turm leicht zum Vi-brieren, während spirituell-indianische Elemente in eine weit entfernte Gedankenwelt entführten. Nicht nur optisch kein Vergleich zu der Atmosphäre eines Konzertsaals. Und nach einer harten Arbeitswoche sicher nicht die schlechteste Art, um zu entspannen. Breiteneder zeigte eindrucksvoll, dass aus einer E-Gitarre nicht nur harte Riffs und satte Bässe herauszubekommen sind, sondern dass man ihr auch leise, zarte Töne entlocken kann.