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Stefan Kling und Chris Kusterer (rechts) von Flowers on Monday.  Foto: Roller 

Zehntes Konzert von „Bock auf Kultour“: Von entspannt bis mitreißend

Pforzheim. Ein fein gewebter, elektronischer Klangteppich, wild tanzende Rockröhren und Hip Hop mit eingängigen Rhythmen: Kann das zusammenpassen? Ja, das kann es. Und zwar so gut, dass es rund 120 Menschen am Samstagnachmittag haben sehen und hören wollen. Entspannt sitzen sie auf weißen Plastikstühlen vor dem Pforzheimer Gasometer. Dort hat die Initiative „Bock auf Kultour“ ihre mobile Bühne aufgebaut.

Die gehört zuerst Chris Kusterer und Stefan Kling. Die beiden sind Flowers on Monday und machen elektronische Musik, drehen an Knöpfen, schieben an Reglern. Kurzum: Sie nutzen die Technik, um bunte Tongemälde entstehen zu lassen. Sphärische Klänge mischen sich mit starken Beats, begleitet von kunstvoll verfremdeten Stimmen. In Ägypten, den Vereinigten Staaten und in Großbritannien hat das Duo schon gastiert. Eigentlich hatten sie 2020 auf Russland-, USA- und Indien-Tour gehen wollen. Bei „Bock auf Kultour“ stehen sie am Samstag das erste Mal seit März 2020 wieder auf der Bühne. Im Gepäck haben sie größtenteils eigene Stücke, die Titel tragen wie „Pirates Of The Sun“, „Power To The Children“ und „True“. Das Publikum lehnt sich zurück und genießt, ganz entspannt.

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Raphael Mürle lässt Macy Gray tanzen. Foto: Roller

Damit ist es schnell wieder vorbei, als Raphael Mürle die Bühne betritt: Aus seinem Figurentheater hat er vier Rockröhren mitgebracht, die vor Energie nur so sprühen. Was Mürle mit seinen Marionetten anstellt, muss man gesehen haben: Nina Hagen dreht sich im Kreis, immer und immer schneller. Macy Gray schwingt die Hüften, reißt Arme und Beine in die Luft. Und Marla Glen klagt gestenreich ihr Leid. Das Publikum ist begeistert.

Publikum verlangt Zugabe

Auch Simon Krust, Jonas Gerlich und Pascal Harter haben ihre Zuhörer perfekt im Griff, bringen sie zum Mitklatschen und vereinzelt sogar zum Tanzen. Die drei nennen sich Grundverschieden, machen Hip Hop mit Funk- und Rockeinflüssen. „Take Me Back“, „Heldengeschwätz“, „Atem“ und „Tag für Tag“ heißen ihre Songs. Sie stecken voller Kraft und Dynamik, voller Leben und Freude. Auch Krust kann nicht stillstehen. Er muss sich bewegen, die Arme in die Luft reißen und über die Bühne tanzen. Kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe verlangt.

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Grundverschieden mit Jonas Gerlich, Simon Krust und Pascal Harter (von links). Foto: Roller

Als Krust, Gerlich und Harter wieder von der Bühne gehen, endet die Reihe „Bock auf Kultour“, die das Kulturhaus Osterfeld und Baral & Partner Events gemeinsam auf die Beine gestellt haben. An zehn Orten in Pforzheim und dem Enzkreis war die mobile Bühne aufgebaut. Immer traten professionelle Künstler aus der Region auf. Das Fazit der Organisatoren fällt durchweg positiv aus. „Das Wetter hat gut mitgemacht, und wir hatten ein tolles Programm“, sagt Osterfeld-Chef Bart Dewijze: „Wir haben gemerkt, dass Kultur wichtig ist.“ Deshalb soll es im September eine Neuauflage von „Bock auf Kultour“ geben, dann mit einem längeren Programm und mehr Acts.

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