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Ein letztes Mal: Das "Holztrio" wurde in Ötisheim nach 20 Jahren Bandgeschichte vom Publikum verabschiedet. © Prokoph
27.12.2015

1000 Fans feiern in Ötisheim den Abschied vom "Holztrio"

Ötisheim. Ein Jahr lang hat sich die beliebte Gruppe „Holztrio“ mit der Tour 2015 nun von ihren Fans verabschiedet. Doch am Samstag wurde es für die Musiker so richtig ernst. Beim traditionellen – und im Vorfeld ausverkauften – X-Mas-Rock in der Ötisheimer Erlentalhalle standen sie am Samstag vorerst zum letzten Mal auf der Bühne. Über 1000 Fans waren zu der damit auch letzten Holztrio-Weihnachtsparty gekommen.

Bildergalerie: Holztrio feiert Abschied nach 20 Jahren Bandgeschichte

Nach 20 Jahren verlassen die Gitarristen und Sänger Harry Klenk, Manfred „Manne“ Wirth und Frank Schmidt die Bretter der großen und kleinen einheimischen Showbühnen und wollen fortan nicht mehr als „Holztrio“ auftreten (PZ berichtete). Einige Fans wollen das nicht so ganz glauben: „Wir warten auf ein Revival“, sagte die Konzertbesucherin Dorothea Brandauer aus Mühlacker und zeigte sich optimistisch. Denn: „Wenn es wirklich für alle Zeiten vorbei wäre, wäre es wirklich schlimm“, sagte sie.

Harry Klenk und seine Musiker, die ihre Auftritte – unter anderem in Kooperation mit der PZ zugunsten der Ötisheimer Flutopfer im Jahr 2013 – vermutlich nicht mehr zählen können, stehen in der Region für eine Ära. Das zeigte sich auch am Konzertbesuch: Alle Generationen von Großeltern, Kindern und Enkelkindern waren vertreten. Und einmal mehr brachte „Holztrio“ die Ötisheimer Halle zum Beben. Mit dabei waren als traditionelle Gäste die Musiker Karlheinz Wessely, Oliver Gössele, Daniel Heim, Björn Koschnike, Marina Capek, Hans Draskowitsch, Tobias Mürle, Jan Hees, Jens Schmidt und René Hertenstein. „Ich werde nach dem Konzert bestimmt sentimental“, sagte Manne Wirth vor der großen Sause im Gespräch mit der PZ. Künftig will er mit Marina Capek als Duo „Novemberliebschaft“ auftreten, berichtete er. Als „merkwürdiges Gefühl“ beschrieb Frank Schmidt seine Stimmungslage. Und Harry Klenk eilte vor dem Konzert hektisch von einer Stelle zur nächsten und wollte so gar nicht rauslassen, wie er sich fühlt. Insofern war und ist es für jeden nur schwer vorstellbar, dass die drei heimischen Ausnahmemusiker, die mit ihrer Spielfreude die Rockmusik der 70er- und 80er- Jahre aufleben ließen, so gar nicht mehr zu hören sein sollen.

Wie immer begann der X-Mas-Rock mit „The Boxer“, was dazu führte, dass die Stimmung der Besucher sofort großartig war. „Das werde ich nun wohl zum letzten Mal machen“, sagte Manne Wirth, als er die Menge dazu brachte, gemeinsam die Arme in die Höhe zu strecken und lautlos das Klatschen in die Hände anzudeuten. Rose Dippon aus Mühlacker hatte das „Holztrio“ erstmals bei der diesjährigen Gartenschau gehört. „Es ist richtig schade, dass sie aufhören“, sagte sie. Darin pflichtete ihr Jost Neuweiler bei. Bei „Country Roads“ und „Crokodile Rock“ singt und tanzt das Publikum mit.

„Wir sind sehr traurig“, sagten Maike Liesegang und Christin Renner vom Mühlacker Handballclub HC Blaugelb. Der Club und die Jugendinitiative Enzkreis sorgen traditionell mit rund 50 Helfern dafür, dass auch für die Verköstigung und den geregelten Eintritt gesorgt ist. „Eine Ära geht zu Ende“, so HC-Vorsitzender Thomas Ufrecht.