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Nicht mit leeren Händen: Turnbund-Präsident Rainer Brechtken (links) überreichte Manfred Michallik, Vorsitzender des TV Mühlacker, das Walter-Kolb-Schild. © Deeg
06.05.2012

125 Jahre TV Mühlacker: Ein Geburtstag mit Blick in die Zukunft

Es ist ein straffes Programm, das der Turnverein Mühlacker (TVM) zu seinem 125. Geburtstag absolviert – schließlich möchten die Verantwortlichen bei den zahlreichen Veranstaltungen möglichst jedes der über 1300 Mitglieder treffen. Beim Festakt in der Kelter waren am Samstagabend 130 geladene Gäste – Vereinsfunktionäre, Vorstände, Übungsleiter und Entscheidungsträger aus der Politik – zugegen.

Bildergalerie: TV Mühlacker: Festakt zum 125-jährigen Bestehen

Kaum verwunderlich also, dass im Laufe der Reden und Grußworte immer wieder die derzeitige Sporthallen-Situation in Mühlacker thematisiert wurde. „Wir haben einen sportpolitischen Standpunkt“, sagte etwa Vereinsvorsitzender Manfred Michallik in seiner Laudatio. Er forderte, dass die älteste Turnhalle im Käppele nicht saniert, sondern durch eine neue ersetzt wird.

Oberbürgermeister Frank Schneider signalisierte in seinem Grußwort „ein gewisses Verständnis für die Unterschriftenaktion des Stadtsportverbandes“ und wiederholte sein Versprechen der diesjährigen Sportlerehrung: 2012 werde es in Sachen Sportstättensituation eine Entscheidung geben. Obwohl sich der Präsident des Deutschen Turner-Bundes Rainer Brechtken, der die Festrede hielt, nicht in die Hallendiskussion einmischen wollte („dafür kenne ich die Zahlen zu wenig“), sagte er, dass man nicht immer „Normstätten“, etwa für Wettkämpfe geeichte Hallen, brauche und mit Blick auf den demografischen Wandel Konzepte ausarbeiten solle. Es könnte auch eine Lösung sein, statt neuer Hallen Gymnastikräume anzubauen, und damit mehr Kapazität zu schaffen. Zudem warb er für mehr Kooperationen zwischen den unterschiedlichen Vereinen, gerade was die Angebote angehe.

Vereinsarbeit in Projektgruppen

Wichtig sei zudem, dass Sportvereine Kinder aus sozial schwachen Familien integrieren. Mit Blick auf das Ehrenamt der Zukunft appellierte Brechtken an die Vereine verstärkt in Projektgruppen zu arbeiten, um einzelne Mitglieder nicht zwingend jahrelang zu binden. Um potenzielle Ehrenamtliche ins Boot zu bekommen, müsse zudem eine Kultur des Loslassens ins Leben gerufen werden, die ihnen zeigt, dass sie sich eine Zeit lang engagieren und ohne schlechtes Gewissen ihren Posten wieder zur Verfügung stellen können. Dabei sei es wichtig, so Brechtken, nicht nur den Ehrenamtlichen, sondern auch sein familiäres Umfeld zu sehen. Am Ende seiner Festrede überreichte Brechtken dem TVM-Vorsitzenden Michallik das Walter-Kolb-Schild des Deutschen Turner-Bundes.

Der Ludwigsburger Sportkreisvorsitzende Matthias Müller überreichte eine Ehrenurkunde des Württembergischen Landessportbundes und von Turngau-Präsident Gunter Bretschneider erhielt der TVM einen Wimpel. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Musikschule Gutmann.