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Dieses baufällig gewordene ehemalige Flüchtlingswohnheim in Illingen wird der Enzkreis abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Foto: Kollros
Dieses baufällig gewordene ehemalige Flüchtlingswohnheim in Illingen wird der Enzkreis abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Foto: Kollros
Kämpfen im Illinger Gemeinderat mussten Wolfgang Herz (Landratsamt Enzkreis, von links), Bürgermeister Harald Eiberger, Katja Kreeb und Elena Schwegler (Miteinander Leben) für ihr Asyl-Projekt. Foto: Prokoph
Kämpfen im Illinger Gemeinderat mussten Wolfgang Herz (Landratsamt Enzkreis, von links), Bürgermeister Harald Eiberger, Katja Kreeb und Elena Schwegler (Miteinander Leben) für ihr Asyl-Projekt. Foto: Prokoph
29.09.2014

1,7 Millionen Euro für neue Illinger Asylbewerber-Unterkunft

Rund 1,7 Millionen Euro fließen in neue Illinger Asylbewerber-Unterkunft. Der Enzkreis rechnet mittlerweile mit 75 neuen Flüchtlingen pro Monat.

Zur Unterbringung von Asylbewerbern machen der Landkreis und die Gemeinde Illingen gemeinsame Sache: Vor dem Hintergrund des positiven Votums des Gemeinderats für den Bau eines Wohnheims für Flüchtlinge sowie Obdachlose mit insgesamt 76 Plätzen stimmte am Montag auch der Verwaltungsausschuss des Kreistags dem Vorhaben zu.

Rund 1,7 Millionen Euro investiert der Kreis, die Kommune stellt das Baugrundstück in Erbpacht zum Null-Tarif zur Verfügung, der Kreis sorgt für eine umfassende Betreuung der Asylsuchenden und macht zudem das bestehende, aber baufällig gewordene ehemalige Aussiedlerwohnheim eben. So lautet im Wesentlichen der Kooperationsvertrag zwischen den beiden kommunalen Partnern, der jüngst bei der Nachbaranhörung in der Illinger Bevölkerung freilich auf wenig Beifall gestoßen war.

Doch trotz Bürgerprotesten – unter anderem war von Ghettoisierung die Rede – blieb der Illinger Gemeinderat bei seiner Linie. Nichtöffentlich war das Projekt schon seit über zwei Monaten ein Thema in den Ratsgremien sowohl in der Gemeinde als auch beim Kreis. So hatte der Kreistag Mitte Juli hinter verschlossenen Türen den Grundsatzbeschluss gefasst.

Im Kreistagsausschuss war das Thema an sich wenig umstritten, ablesbar auch an einem einstimmigen Baubeschluss bei einer Enthaltung. Diese kam vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Bächle, der vor allem das finanzielle Prozedere hinterfragte und zudem mutmaßte, dass vor allem die Gemeinde Illingen Vorteile aus dem Pakt ziehe, etwa indem sie ein problembehaftetes Gebäude los werde, während für den Kreis die langfristige Refinanzierung des Bauwerks mittels pauschaler Kostenersätze für die Unterbringung der Flüchtlinge keineswegs gesichert sei. Landrat Karl Röckinger indes sprach von einer „relativ überschaubaren Kostensituation“, vor der Tatsache permanent erfolgender Zuweisung von Flüchtlingen könne man freilich „auch nicht nach jedem Euro schauen“.

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