nach oben
Waghalsiges Unternehmen: Hoch über den Dächern leistete Adolf Daum Geburtshilfe für die Senderstadt. Ab Ende 1930 machte Mühlacker im Radio Karriere.
Sender © PZ-Archiv
10.12.2010

80 Jahre Sender Mühlacker

MÜHLACKER. Seit 80 Jahren ist Mühlacker eine Stadt. Zurückzuführen ist das auf den im Dezember 1930 in Betrieb gegangenen Großsender. Das Medium Hörfunk, inzwischen in den Hintergrund gerückt, war damals eine Attraktion.

Für die Menschen im 21. Jahrhundert ist die Sendeanlage in Mühlacker für vor allem eines, ein weithin sichtbarer rot-weißer Orientierungspunkt in der Landschaft. Als er vor 80 Jahren in Betrieb ging, hatte der Sender bildlich gesprochen viel mehr Strahlkraft. Außer dem praktischen Nutzen hatte die Anlage einen hohen symbolischen Wert.

Kurz nach der Weltwirtschaftskrise waren die Menschen nicht verwöhnt – und ihre Ohren auch nicht. Ein Rauschen auf der Mittelwelle störte niemanden, ganz anders als heute, da es selbstverständlich ist, das Lieblingsprogramm in Stereo zu empfangen. Damals war das Medium Hörfunk erst ein paar Jahre alt, und der Bau eines Großsenders ein so gewaltiges Ereignis, dass er aus der kaum 6000 Einwohner zählenden Gemeinde Dürrmenz-Mühlacker die Stadt Mühlacker machte. Der Sender war so etwas wie ein Tor zur Welt, umso mehr als sich auf der Anlage auch ein Sendesaal befand, aus dem gleich bei Inbetriebnahme der Anlage das Programm „Schwäbische Heimat“ ausgestrahlt wurde, bei der der Heimatforscher und Mühlacker Ehrenbürger Karl Knöller mitwirkte. rks

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in der Samstagsausgabe der Pforzheimer Zeitung.