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Das abgestürzte Flugzeug war ein Eigenbau in Holzbauweise. Es sollte bei einem Check-Flug getestet werden. Am Tag nach dem Unglück wurden die beiden Leichen obduziert. © Ketterl
27.09.2012

Absturz-Flugzeug war Eigenbau in Holzbauweise

Mühlacker. Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges am Mittwoch Mittag auf eine Scheune am Hangesteiner Hof, bei dem die beiden Insassen ums Leben kamen, laufen die Ermittlungen zur Absturzursache weiter. Die Leichen der am Mittwoch bei einem Flugzeugabsturz in Dürrmenz ums Leben gekommenen Männer sind am Donnerstag im gerichtsmedizinischen Institut der Universität Heidelberg obduziert worden.

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Die federführende Staatsanwaltschaft in Pforzheim will mithilfe eines Gutachters und der Bundesstelle für Fluguntersuchungen sowie der Gerichtsmedizin die Absturzursache herausfinden. Ein Pathologe war am Abend des Unglücks vor Ort, um sich die Lage der Leichen anzuschauen.

Bei der Obduktion soll auch routinemäßig geklärt werden, ob beispielsweise Alkohol im Spiel war oder dem Absturz möglicherweise ein Herzinfarkt zugrunde lag. Laut Christoph Reichert, dem Leitenden Oberstaatsanwalt, hat es sich um einen Check-Flug gehandelt, einer Art Überprüfung der Flugtauglichkeit. Die Männer, einer aus Kornwestheim, einer aus Bietigheim-Bissingen, waren 71 beziehungsweise 82 Jahre alt. Wer von beiden geflogen ist, kann nicht mehr bestimmt werden. Theoretisch waren beide in der Lage, das kleine Ein-Propeller-Flugzeug zu steuern.

Spaziergänger, die zur Absturzzeit in diesem Bereich unterwegs gewesen waren, sollen laut Frank Otruba, Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim, von technischen Problemen berichtet haben. Dann sei das Flugzeug, das den Hangensteiner Hof in relativ niedriger Höhe überflogen habe, nach vorne übergekippt und abgestürzt. Die Zeugenaussagen müssten allerdings noch überprüft werden.

Das Flugzeugwrack wurde zwischenzeitlich beschlagnahmt, um weitere Untersuchungen durchführen zu können. Das Flugzeug war um 12.20 am Flugplatz Pattonville in Ludwigsburg gestartet. Bei dem Check-Flug sollte die Maschine in etwa einer Stunde überprüft werden. Das Flugzeug, das schon etwas älter war, galt als zuverlässig und soll sich in einem guten Zustand befunden haben. Der Wert des Flugzeuges wird nach Polizeiangaben auf etwa 60.000 Euro beziffert. Es handelte sich um einen „Eigenbau in Holzbauweise“, der vom Luftfahrtbundesamt abgenommen war.

Das Entsetzen an der Absturzstelle in Mühlacker war groß, auch die Bewohner des Hangensteiner Hofes sind von der Notfallseelsorge betreut worden. Schließlich ist die Scheune nur etwa 30 Meter vom Hof entfernt.