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Interessiert waren rund zwanzig Naturbegeisterte an der Weinberggeschichte rund um Mühlacker.
Interessiert waren rund zwanzig Naturbegeisterte an der Weinberggeschichte rund um Mühlacker. © Bächtold
20.06.2011

Alte Weinberge rund um Dürrmenz besichtigt

MÜHLACKER-DÜRRMENZ. Dem historischen Weinbau rund um Dürrmenz sind am Sonntagnachmittag trotz durchwachsenem Wetter rund zwanzig Wanderer auf der Spur gewesen. Angeboten wurde diese Wanderung vom Arbeitskreis „Die Stadtführer“.

In deren Vertretung führte Martin Rapp die Teilnehmer mit Hilfe alter Karten und schriftlicher Überlieferungen durch das frühere Weinbaugebiet hoch über der Enz.

Von einem solchen Weinbaugebiet ist im heutigen Mühlacker jedoch nicht mehr viel zu erkennen. Mit Hilfe ein paar alter Gedenksteine, Weinbergmauern und Unterstände konnten sich die Teilnehmer der historischen Weinbergwanderung dennoch ein Bild davon machen, wie die mit verschiedenen Weinsorten kultivierte Landschaft um das Jahr 1600 ausgesehen haben könnte.

„Ich finde es interessant zu sehen“, erklärt Rapp, „wie sich die Landschaft doch in den vielen Jahrhunderten verändert hat.“ Für Rapp, der selbst ein Biogeschäft führt, ist diese Wanderung eine Gelegenheit, den Leuten etwas über die Entwicklung der Natur in ihrer und seiner eigenen Heimat zu erzählen.
„Viele Leute wohnen schon sehr lange hier und kennen ihren Ort und die Landschaft, die ihn umgibt, trotzdem nicht“, sagt der Stadtführer.

Vom früheren Flusslauf der Enz, vorbei am Unterstand der ehemaligen Weinbergschützer, führte die Tour in Richtung der Burgruine Löffelstelz, wo die Teilnehmer noch rechtzeitig Schutz vor einem plötzlich einsetzenden Regenguss fanden. Bei dieser Gelegenheit erklärte Wolfgang Rieger, Hobby-Wanderer und Vorstandsmitglied vom Historisch-Archäologischer Verein, dass im Jahr 2015, anlässlich der geplanten Landesgartenschau, nahe der Ruine wieder alte Weinsorten angebaut werden sollen.

Nachdem das Unwetter vorübergezogen war, machte sich die Gruppe nach einem Besuch des Heimatmuseums am Senderstädter Kelterplatz auf den Weg in Richtung neuem Stöckach, wo zum Abschluss des Marsches noch eine kleine Weinprobe auf dem Programm stand.