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Würdigen den ambulanten Hospizdienst Östlicher Enzkreis: OB Frank Schneider (von links), Schirmherrin Stefanie Seemann, Susanne Kränzle, Hannelore Stegmaier, Susanne Klotz und Johannes Bastian. Fotos: Prokoph
Würdigen den ambulanten Hospizdienst Östlicher Enzkreis: OB Frank Schneider (von links), Schirmherrin Stefanie Seemann, Susanne Kränzle, Hannelore Stegmaier, Susanne Klotz und Johannes Bastian. Fotos: Prokoph
14.05.2017

Ambulanter Hospizdienst feiert in Mühlacker sein 20-jähriges Bestehen

Der Hospizdienst ist eine eher traurige Angelegenheit, weil dabei ein Mensch stirbt. Deshalb ist die Sterbebegleitung auch ein „ernstes Thema“. Aber: „Heute Abend feiern wir“, sagte die Moderatorin des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen des Vereins Ambulanter Hospizdienst Östlicher Enzkreis, Inga Läuter, am Samstagabend im Mühlacker Uhlandbau. Denn in den vergangenen 20 Jahren ist der ambulante Hospizdienst im östlichen Enzkreis gewachsen und betreut mittlerweile Menschen von Sternenfels bis Heimsheim.

Vor dem Büfett, das die rund 50 ehrenamtlichen Helfer des Hospizdienstes für den Stehempfang am Schluss zusammengestellt hatten, kam allerdings der Ernst in Form von Grußworten. „Wir sind Begleiter im Sterben und nicht etwa Sterbehelfer“, führte der erste Vorsitzende Johannes Bastian in seinem Grußwort aus. Beim Hospiz gehe es nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern den verbleibenden Tagen mehr Leben zu geben, erinnerte Bastian an die englische Krankenschwester und Ärztin Cicely Saunders, die im Jahr 1967 das erste stationäre Hospiz begründete. „Sterben und Feiern wollen ja eigentlich nicht so recht zusammenpassen“, sagte OB Frank Schneider. Eine Jubiläumsfeier mit dem ansprechenden Programm des Abends, das zu dem segensreichen Wirken des Hospizvereins passe, sei allerdings „sehr wohl angebracht“, meinte Schneider. Denn was der Verein leiste, verdiene höchsten Respekt. „Es ist Menschenliebe und Dienst am Nächsten, voller Würde, Empathie und Selbstlosigkeit“, sagte Schneider über den Hospizdienst.

Als Schirmherrin lobte die Landtagsabgeordnete der Grünen, Stefanie Seemann, das große Engagement der etwa 100 Vereinsmitglieder. Die Tätigkeit mit und für andere, die Empathiefähigkeit, sei das, was unsere Gesellschaft zusammenhalte, führte sie aus. „Die Hospizarbeit kommt bei den Menschen an und ist unverzichtbar“, erklärte die Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbandes Baden-Württemberg, Susanne Kränzle.

Bei der Arbeit des ambulanten Hospizdienstes Östlicher Enzkreis seien vor allem Johannes Bastian als langjähriger Vorsitzender sowie die Koordinatorin Hannelore Stegmaier und ihre Stellvertreterin Susanne Klotz für ihren großen und selbstlosen Einsatz zu würdigen, so Kränzle. Geehrt mit einer gelben Rose wurden zum Schluss von Vorsitzendem Johannes Bastian die Gründungsmitglieder Ingrid Zipp, Doris Treut, Thomas Hörnig, Alexandra Rapp sowie Renate Prager. Gedankt wurde auch den ehrenamtlichen Sterbebegleitern, die sich im Verein einbringen.

Mit seinen Rezitationen lockerte der Knittlinger Künstler Ernst Pilick den Festakt auf. Und musikalisch umrahmte das Bläserensemble des Musikvereins Freudenstein mit Christoph und David Gutjahr sowie Rahel Müller und Daniel Betz den Abend.