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Aufmerksame Zuhörer hatte Dr. Michael Biermann von der Universität Heidelberg bei seinem Vortrag im Rahmen der Kinder-Uni Kraichgau zum Thema „Abenteuer Schwarze Löcher“.Bischoff-Krappel
Aufmerksame Zuhörer hatte Dr. Michael Biermann von der Universität Heidelberg bei seinem Vortrag im Rahmen der Kinder-Uni Kraichgau zum Thema „Abenteuer Schwarze Löcher“.Bischoff-Krappel
27.11.2018

Astronomie-Vorlesung im Rahmen der Kinder-Uni Kraichgau in Knittlinger Schule

Knittlingen. Wirklich freundliche Gesellen scheinen sie nicht zu sein, die schwarzen Löcher des Universums: Unaufhaltsam erzeugen sie in ihrer nächsten Umgebung eine so hohe Gravitationskraft, dass es Lichtgeschwindigkeit bräuchte, um von ihnen wegzukommen.

Solches und mehr wusste Dr. Michael Biermann vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg zu berichten, als er vor Kurzem im Rahmen der Kinder-Uni Kraichgau an der Knittlinger Faustschule zu Gast gewesen ist.

Publikum zeigt reges Interesse

Dabei hielt Biermann keineswegs nur eine trockene Vorlesung. Vielmehr wurde der Wissenschaftler mit zahlreichen Fragen seines jungen und außerordentlich interessierten Publikums aus vierzig Schülern von der zweiten bis zur fünften Klasse konfrontiert: „Warum heißt es überhaupt schwarze Löcher“, wollten die wissbegierigen Jugendlichen zum Beispiel wissen. Und natürlich hatte Dr. Michael Biermann die entsprechende Antwort parat: Lichtsignale könnten aufgrund der starken Anziehungskraft die Umgebung eines schwarzen Lochs nicht verlassen, das Licht würde gleichsam dort „verschluckt“, erläuterte er.

Aufmerksam und diszipliniert lauschten die jungen Zuhörer der „Vorlesung“, und sogar in der Pause bestürmten die Schüler den Referenten mit Fragen. Biermanns Vortrag soll nicht der einzige der Kraichgauer Kinder-Uni bleiben, verdeutlicht Christine König vom Verein „miteinanderleben“, die als Schulsozialarbeiterin an der Knittlinger Faustschule die Veranstaltungsreihe initiiert hat.

Nach einer Umfrage unter den Lehrkräften hat König gemeinsam mit der erfahrenen Kinder-Uni-Organisatorin Claudia Keller, Leiterin des Karlsruher Kinder Colleges, für ein breitgefächertes Vorlesungsprogramm gesorgt: „Wir bieten ein Themenspektrum von Naturwissenschaft über Technik bis hin zu Philosophie und Benimmtraining“, so König.

Die Schulsozialarbeiterin und die Kinder-Uni-Leiterin Claudia Keller sind überzeugt: „In jedem Kind steckt ein Forscher und Wissenschaftler. Kinder wollen von sich aus Dinge wissen, das Lernen ist dabei nur ein positiver Nebeneffekt.“

An Ausdauer fehlt es nicht

Die Resonanz auf die Kinder-Uni sei überwältigend gewesen, und wunschgemäß hätten sich keineswegs nur Schüler aus Akademikerfamilien angemeldet. Zudem war es den Organisatorinnen wichtig, dass die Kinder das gesamte „Semester“ mit rund 14 Vorlesungen besuchen und nicht nur Einzelveranstaltungen buchen. Beim Vortrag von Dr. Michael Biermann wurde deutlich: An Ausdauer hierfür fehlt es den jungen Studierenden ganz sicher nicht.