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Tanja Lazic (rechts), Auszubildende im Wiernsheimer Rathaus, kümmert sich auch um die Asylbewerber an der Lindenhalle. Foto: Schmid
Tanja Lazic (rechts), Auszubildende im Wiernsheimer Rathaus, kümmert sich auch um die Asylbewerber an der Lindenhalle. Foto: Schmid
29.08.2013

Asylbewerber freuen sich über kleine Gaben

| Wiernsheim Bevölkerung unterstützt Asylbewerber in Wiernsheim. Neben Sachspenden wird der persönliche Kontakt geschätzt.

Mit dem Nötigsten sind sie gekommen. Da war kein Platz für Teller und Becher, Mäntel oder eine Barbiepuppe. Die blonde Plastikfigur mit dem gestrickten Kleid ist für das kleine Mädchen mit den großen braunen Augen das Schönste, was sie gestern Morgen von den Rathausmitarbeitern Tanja Lazic, Derya Dag und Mario Matausch bekommt. Die drei sind mit gespendeten Sachen vom Schneeanzug bis zum Pfannenschieber und von der Biene-Maja-Bettwäsche bis zum Brettspiel zu den neuen Wohncontainern an der Lindenhalle gefahren. Nicht zum ersten Mal. „Die Hilfsbereitschaft ist rießig“, sagt der stellvertretende Hauptamtsleiter Matausch. Lange bevor die Gemeinde einen Aufruf mit der Bitte um Sachspenden veröffentlichte, seien die Wiernsheimer gekommen, um gut erhaltene Sachen abzugeben oder anderweitig zu helfen.

Im Fußballverein kicken jüngere Asylsuchenden bereits mit, wie Matausch erzählt, und auch für das Anliegen einer jungen Iranerin, Musik zu machen (die PZ berichtete), habe eine Lösung gefunden werden können.

Für die Rathaus-Auszubildende Tanja Lazic ist es mittlerweile viel mehr als nur ein Job, sich um die etwa 20 Asylsuchenden aus mehreren Nationen zu kümmern. Die 21-Jährige spricht serbisch, was es ihr leicht macht, vor allem Familie Berati zu unterstützen. Sie hilft bei Behördengängen, übersetzt oder begleitet den Vater zum Arzt. „Ich bekomme aber vor allem die Rückmeldung, dass es einfach gut tut, mit jemandem reden zu können“, sagt die Wiernsheimerin, die als Zwölfjährige mit ihrer Familie aus Serbien nach Deutschland gekommen ist.

„Wir wollen uns bedanken“, übersetzt Tanja Lazic die Worte der Beratis. Viele Menschen hätten gezeigt, dass sie ein großes Herz haben und Anteil am Schicksal der Asylbewerber nehmen. Der Jüngste der drei Söhne der Familie besucht derzeit den evangelischen Kindergarten in Wiernsheim, die schulpflichtigen Kinder werden ab September in der benachbarten Heckengäuschule unterrichtet. Auch Schulsachen seien viele gespendet worden, sagt Matausch. Mäppchen, Rucksäcke, Stifte – kleine Gaben, die für jemanden, der als Flüchtling sein Leben in wenige Koffer gepackt hat, viel bedeuten.

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