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Auf dem Bauhof  in Wiernsheim wird eine Richtfunk-Sendeantenne montiert. Dort soll auch der Anschluss ans Glasfaserkabelnetz erfolgen.  Küppers
Auf dem Bauhof in Wiernsheim wird eine Richtfunk-Sendeantenne montiert. Dort soll auch der Anschluss ans Glasfaserkabelnetz erfolgen. Küppers
21.01.2008

Auf dem Weg zum schnellen Internet

WIERNSHEIM. Mit Riesenschritten nähern sich die Wiernsheimer einer neuen Möglichkeit ins Internet zu gelangen. Die Richtfunk-Technologie, eine Alternative zu bestehenden Angeboten um zu surfen oder zu telefonieren, soll im Februar starten. „Zur- zeit ist es so, dass die Bürger von DSL 6000 oder 16 000 nur träumen“, sagt Gemeinderat Wolfgang Hanisch. Von Verwaltung und Gemeinderat ist der studierte Nachrichtentechniker zum Projektbegleiter für das Richtfunk-Angebot der Firma Skytron (die PZ berichtete) eingesetzt worden.

Geschäfte ausdehnen

Gerd Reckling, Geschäftsführer der Firma Skytron mit Sitz in Keltern, plant den Beginn des Funknetz-Angebots im Laufe des Februars. Vorher muss das bestehende Glasfaserkabelnetz angezapft werden. Das soll am Wiernsheimer Bauhof geschehen. Allerdings nicht nur mit Blick auf die Plattengemeinde. „Wir führen intensive Gespräche mit Gemeinden wie Friolzheim oder Neuhausen, die dann ebenfalls von diesem Anschluss aus versorgt werden könnten“, sagt Reckling. Auf dem Bauhof wird eine Antenne montiert, die funkt nach Pinache, wo ihr Pendant auf der Waldenserhalle stehen soll. Ein zweiter Funkweg führt nach Serres zur Antenne auf dem Wasserbehälter und von dort Richtung Iptingen, wo eine solche auf dem Bauernhof Bäuerle montiert werden soll. Die Nutzer bezahlen eine Anschlussgebühr und bekommen von Skytron eine Antenne gestellt, die am Haus angebracht wird. Außerdem einen Router und dann brauchen die Kunden noch ein Kabel vom Router zum PC. „Bei uns spielt es keine Rolle, wie weit der Kunde von der Sendestation entfernt ist“, sagt Reckling. Unter 2000 bis 3000 Kilobit werde die Leistung nicht heruntergehen. Skytron tritt aber nicht nur als Netzbetreiber auf, sondern auch als Provider. Bisher gibt es zwei Tarife: 2000 Kilobit und 5000 Kilobit. Geplant wird noch ein 20 Megabit-Angebot. Kurzfristig rechnet Reckling in ganz Wiernsheim mit 400 bis 500 Teilnehmern.

Weitere Alternativen anbieten

„Die Versorgung ist bisher nicht gleichmäßig gewährleistet, also haben wir eine Mehrklassengesellschaft“, sagt Gemeinderat Hanisch. Allerdings wollen Verwaltung und Gemeinderat es nicht bei der Zusammenarbeit mit Skytron belassen. Gespräche würden unter anderem mit einer Firma geführt, die Richtfunk über Hochspannungsleitungen führt. Oder mit einem Unternehmen, dass die Bürger im Umkreis des Bauhofes mit der dort installierten UMTS-Sendeanlage auch schnell ins Internet bringen will. „Alles was funktioniert, ist bei uns hochwillkommen“, meint Hanisch.