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Immer wieder kommt es im Mühlacker Gemeinderat zu teils hitzigen Wortgefechten. Foto: Lutz/PZ-Archiv

Aufgabenflut zehrt an den Nerven: Reizklima im Mühlacker Ratssaal

Mühlacker. Es gibt einige schöne Witze zum Thema „Beamte und Arbeit“. Man darf allerdings davon ausgehen, dass im Mühlacker Rathaus derzeit niemand über derartige Späße lachen kann. Seit Monaten schon läuft die Verwaltung unter Volllast, was aber nicht nur an den vielen Großprojekten liegt, die entweder bereits gestartet oder zumindest in der Planungsphase sind.

Die immer wieder beklagte Überforderung liegt nach allem, was aus den Verwaltungszimmern nach außen dringt, unter anderem auch an den Pflichtaufgaben, die der Stadt langsam aber sicher über den Kopf zu wachsen drohen. Mühlacker hat rund 26.000 Einwohner. Das bedeutet, die Infrastruktur der Großen Kreisstadt entspricht jener eines Mittelzentrums. Man ist zwar keine Großstadt, aber eben auch keine Stadt, die diesen Titel zwar trägt, in Wirklichkeit aber ein größeres Dorf ist.

Mühlacker hat zig Kindergärten und Schulen zu verwalten, in jedem Stadtteil mindestens eine Festhalle, ein viele Kilometer zählendes Straßen- und Wegenetz mitsamt Kanalisation. Man hat dazu mit dem Ziegeleiareal eine riesige Brachfläche, die entwickelt werden muss, murrende Firmen, die nach mehr Platz rufen, den alles andere als reibungslos laufenden Neubau einer Hauptfeuerwache und am Lindach einen Bildungscampus, in dem schneller aufzuzählen wäre, was funktioniert, als all das, was kaputt ist. Hinzu kommt ein – je nach Betrachtungsweise – sehr aktiver oder aber auch sehr anstrengender Gemeinderat, der viele Anfragen stellt und damit neue Arbeitsfelder aufreißt. Das ist der Job des Gremiums, aber es trägt nicht unbedingt zur Entlastung bei, wenn inzwischen bei jeder Gemeinderatssitzung etliche Anträge der Fraktionen diskutiert werden müssen.

Als in der vergangenen Woche nun Bürgermeister Winfried Abicht mehr oder minder der Kragen platzte, weil er sich nicht den Vorwurf gefallen lassen wollte, seine Verwaltung würde zu wenig arbeiten, war dies nur die Spitze eines seit langer Zeit schwelenden Streits.

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Maximo Gonzalez

Maximo Gonzalez

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