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Am Tatort in Mühlacker erinnerten Blumen und Kerzen an die Getötete. Foto: PZ-Archiv
Am Tatort in Mühlacker erinnerten Blumen und Kerzen an die Getötete. Foto: PZ-Archiv
Hinter Schloss und Riegel: Die Beschuldigten der Fälle in Mühlacker und Oberderdingen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Hinter Schloss und Riegel: Die Beschuldigten der Fälle in Mühlacker und Oberderdingen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Aufgrund des Brands musste das Oberderdinger Seniorenheim evakuiert werden. Foto: Tilo Keller
Aufgrund des Brands musste das Oberderdinger Seniorenheim evakuiert werden. Foto: Tilo Keller
20.06.2018

Aufsehenerregende Tötungsdelikte warten auf juristisches Nachspiel

Mühlacker/Oberderdingen. Die Fälle könnten unterschiedlicher kaum sein – und doch ähneln sie sich in vielen Punkten. Beide haben für etliche Schlagzeilen über die Grenzen der Region hinaus gesorgt, beide haben Erschütterung und Entsetzen in der Bevölkerung ausgelöst, beide werfen die Frage auf, wie der Rechtsstaat nun mit den Tätern umgehen soll.

Es sind insbesondere die Fragen nach dem weiteren juristischen Vorgehen, die immer wieder an die Redaktion gestellt werden. Sowohl im Falle des Syrers, der Anfang März dieses Jahres seine getrennt von ihm lebende Ehefrau erstochen hatte und danach ein Rechtfertigungsvideo von sich verbreitete. Und – aktuell und ebenso erschreckend – der Brand in einem Oberderdinger Seniorenheim Ende Mai, bei dem die Ermittler davon ausgehen, dass ein 23-jähriger Pfleger, der in der Einrichtung tätig war, vorsätzlich das Feuer legte und somit für den Tod einer Seniorin verantwortlich wäre.

Sowohl der Syrer, der zum Tatzeitpunkt 41 Jahre alt war, wie auch der 23-jährige Deutsche sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Gegenüber den Ermittlern haben sich beide nach Informationen der PZ bislang nicht geäußert. Sie machen von ihrem Recht gebrauch, als Beschuldigte zu den Vorwürfen schweigen zu dürfen. Doch während von dem Mann, der vor den Augen der Kinder auf seine Ehefrau einstach, das Bekennervideo existiert und der Fall somit recht eindeutig ist, steht der Pfleger laut Staatsanwaltschaft zwar weiterhin unter dringendem Tatverdacht – 100-prozentige Sicherheit, dass er tatsächlich für das Feuer verantwortlich ist, gibt es derzeit allerdings nicht.

„Die Ermittlungen laufen weiter“, erklärt der Karlsruher Staatsanwalt Tobias Wagner. Beweismittel und Computer des Beschuldigten würden derzeit ausgewertet – da es nicht nur um den Vorwurf der schweren Brandstiftung, sondern auch um Mord gehe, sei besondere Sorgfalt notwendig. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sind, sei daher bislang unklar, so Wagner.

Bernhard Ebinger von der Staatsanwaltschaft Pforzheim scheint im Mühlacker Fall bereits weiter zu sein, was angesichts der Tatsache, dass die dortige Tat bereits Anfang März stattfand, allerdings auch nicht verwundert. Voraussichtlich in wenigen Wochen werde man mit dem aktuellen Stand an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Ebinger.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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