nach oben
16.09.2018

Aus dem Maulbronner Ratssaal

Maulbronn. Eine Aufstockung des Backwaren- sowie Grillspezialitäten-Angebots könnte es bald für die Maulbronner Bürger geben. Im Gemeinderat ist nämlich ein Bauantrag zur Umnutzung eines Lebensmittelgeschäftes in der Frankfurter Staße zu einer Bäckerei und einem Restaurant eingegangen. Dieser Bauantrag wurde am Mittwochabend in öffentlicher Runde einstimmig genehmigt. Der Gastronomiebetrieb, der die Klosterstadt in Zukunft bereichern soll, gehöre laut Sabine Schöttle von der Sachbearbeitung Baugesuche nicht zu einer Kette, sondern sei ein Privatbetrieb. Der Gastronom habe angegeben, dass der Laden von Montag bis Sonntag geöffnet haben soll – was für viele Bäckereien und Restaurants inzwischen Norm ist. Dennoch hätten Nachbarn Einwänden geäußert. Beispielsweise könnte Abluft in die Innenräume eindringen oder der tägliche Lieferverkehr für Ruhestörung sorgen. Da sich das Geschäft in einem Mischgebiet befindet, müsse deshalb auch noch vor Genehmigung der Umsetzung, vom Landratsamt geklärt werden, ob eine Rund-um-die-Uhr-Nutzung dort auch tatsächlich zulässig ist, so Bauamtsleiter Dieter Rein.

Das Einzugsgebiet der Kläranlage Heidelsheim umfasst derzeit ganze 22 Stadt- und Ortsteile, darunter auch Maulbronn. Aufgrund der großen Reichweite wird die Kläranlage in Zukunft der Größenklasse fünf zugeordnet, was eine gesetzliche Verschärfung der Überwachungswerte zur Folge hat. Um die neuen Grenzwerte einhalten zu können, wird die Anlage ausgebaut. An den Kosten für den Ausbau muss sich die Klosterstadt mit zehn Prozent beteiligen, das wären laut dem Maulbronner Bürgermeister etwa 1,3 Millionen. Denn neben den Erweiterungsmaßnahmen möchte der Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal auch die zusätzliche vierte Reinigungsstufe mit Spurenstoffelimination (Arzneimittel- und Chemikalienrückstände) einbauen. Bei Kläranlagen in der Größenordnung sei dieser Filter zwar gesetzlich noch keine Pflicht, aber, laut Bürgermeister Felchle, nur eine Frage der Zeit bis es auch dazu kommen werde. Bei „freiwilligem“ Einbau der Reinigungsstufe käme dem Verband außerdem noch eine Bonusförderung zugute.