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Sängerin Anny  beim Maifest am Mittwochabend in Ötisheim: Sie musste bei kühlem Wetter ihr ganzes Können aufbieten.
Sängerin Anny beim Maifest am Mittwochabend in Ötisheim: Sie musste bei kühlem Wetter ihr ganzes Können aufbieten. © Küppers
01.05.2008

Ausflügler sitzen im Grünen

KNITTLINGEN/WIERNSHEIM. Etwa 7000 Ausflügler haben gestern an den fast 50 Hocketse-Festen in der Region teilgenommen. Jedoch erreichten die Vereins-Umsätze nicht mehr die Höhe der Vorjahre. Die Hitzegrade fehlten dazu.

In Zaisersweiher rechnete Bürgermeister Andreas Felchle den 200 Zuhörern vor, im Stadtgebiet von Maulbronn würden am Maifeiertag allein sechs solcher Vereinsfeste stattfinden. Von Wiernsheim bis nach Knittlingen lockten fast 50 Hocketse-Termine. In der Fauststadt gelang es für einige Stunden, eine „Cyber-Cow“ als nächtlichen Maischerz und Pappmaché-Kuh vor dem Rathaus zu postieren. Sie wurde aber von einer Bauhof-Patrouille am frühen Donnerstagmorgen weggeräumt. Das war der einzige „Maischerz mit Niveau“, der gestern bekannt wurde.

Fast 2000 Besucher saßen beim Maitreffen der Waldenser vor dem Arnaud-Haus in Schönenberg. „Das Spülen hält fit“, sagte Hans-Ulrich Osswald aus Pinache, der fast 500 Bierkrüge säuberte. Allerdings stellte er fest, das kühle Wetter habe den Getränkeumsatz im Vergleich zu 2007 spürbar gedrosselt. Der Erlös der Veranstaltung soll laut Präses Herbert Temme an das Waldenser-Gymnasium im italienischen Torre Pelice überwiesen werden. „Dort ist aus Geldmangel eine Tanzgruppe aufgelöst worden“, sagte Temme. Den Gottesdienst vor 200 Zuhörern in der Arnaud-Kirche hatte Waldenser-Pfarrer Sergio Manna aus dem Chisone-Tal bei Turin gehalten. „Dort kamen die Vorfahren unserer Waldenser her“, stellte der Präses fest. Beim Gottesdienst im Grünen am Eckhausee bei Ötisheim saßen gestern fast 100 evangelische Christen zusammen. Pfarrer Martin Merdes aus Enzberg fragte in seiner Predigt: „Wer hat die Macht?“ Er ermahnte die Christen, sich stärker mit ihrem Glauben gesellschaftlich zu engagieren . Viele Besucher nutzten den Gottesdienst zu einer Wanderung. Heinz und Dorothea Mühleisen kamen aus Enzberg. „Das ist eine ganz neue Gottesdienst-Erfahrung“, stellte gestern das Ehepaar fest. Ähnliche Gottesdienste im Grünen fanden in Lomersheim und auf dem Elfinger Hof bei Maulbronn statt. Am Freibad in Ötisheim organisierte der Musikverein zum 33. Mal sein Waldfest, zu dem 500 Ausflügler kamen. Das Orchester spielte flotte Rhythmen. „Unser Fest ist ein Dauerbrenner geworden“, meinte Vorsitzender Rainer Schmid.

Bereits am Vorabend wurde in Ötisheim gefeiert, allerdings mitten im Ortskern. Als der Regen abgezogen war, füllte sich gegen 20 Uhr das Festareal rund um den Maibaum. Jugendliche zogen in Scharen zum Fest. Viele von ihnen hatten schon auf dem Hinweg bunte Flaschen mit alkoholischen Getränken dabei, um sich in Stimmung zu bringen. Auf dem Platz hatten Vereine zahlreiche Stände aufgestellt, für die passende Musik beim Maibaumfest sorgte bis in die Nacht die Band „anny.m.one“.

Junger Chor singt Williams-Songs

Verhalten begann der Tanz in den Mai, den die Sänger in der alten Kelter in Illingen veranstalteten. Doch schließlich füllte sich der Saal und die Gäste tanzten zur Musik von „Didi and Friends“. Zwischendurch gab der junge Chor „illCanto“ zweimal Kostproben seines Könnens. In einem Projekt sang der Chor mit Jugendlichen Stücke von den Beatles, von Robbie Williams und von Sascha. Dirigent Jürgen Huttenlocher kann bei „illCanto“ auf fast 50 Sänger zurückgreifen. Mit den Worten „Singen tut uns gut, so gut“ erhoben sich die Chormitglieder auf einen Wink des Dirigenten singend von ihren Zuschauerplätzen und begannen, sich auf der Bühne als Chor zu formieren.

Der Harmonika-Spielring hatte sein Zelt auf dem Lindenplatz in Wiernsheim aufgestellt, wo er jedes Jahr zum Vatertag sein Fest veranstaltet. Rund 40 Helfer seien im Einsatz gewesen, sagte Vorsitzender Michael Nagel. Das Fest begann mit einem Gottesdienst im Zelt, so dass von Anfang an viele Besuchern vor Ort waren, bevor sich das Fest über die Mittagszeit noch stärker füllte.