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Ein Autotransporter wurde in Vaihingen/Enz beladen und auf der A61 bei Koblenz von der Polizei gestoppt. In den alten Autos lag Müll, der nicht exportiert werden durfte. Die Fracht war für Nigeria bestimmt. © Polizei Koblenz
08.08.2013

Autotransporter gestoppt: In Vaihingen/Enz mit Müll beladen

Dass Afrika dank seiner laxen Umweltgesetze und einem hohen Maß an Korruption ein beliebter Sammelort für giftigen Sondermüll aller Art ist, hat sich weit herumgesprochen. Die Polizei im Raum Koblenz hat mit solchen Müllsünden inzwischen Erfahrungen gesammelt. Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats haben Polizisten auf der A61 einen illegalen Autotransporter mit Abfall entdeckt, der in Vaihingen/Enz aufgeladen wurde.

Bildergalerie: In Vaihingen/Enz mit Müll beladener Autotransporter gestoppt

Auf der A61 zwischen Emmelshausen und Boppard im Rhein-Hunsrück-Kreis stoppten die Beamten einen illegalen Autotransporter, der acht Altfahrfahrzeuge geladen hatte. Die Autos waren bis zum Rand mit Abfall vollgestopft, zum Beispiel mit defekten Elektrogeräten, Altreifen und Motorenteilen. Um den illegalen Transport zu tarnen, wurden die Autoscheiben mit Pappe und Teppichen blickdicht verschlossen. Außerdem waren die Verriegelungsknöpfe der Türen entfernt und die Zwischenräume mit Bauschaum ausgeschäumt worden.

Auf Anfrage von PZ-news erklärte ein Koblenzer Polizeisprecher, dass die Autos mit dem Schrott in Vaihingen/Enz beladen wurden. Die Frachtpapiere waren allerdings unvollständig. Ziel der potenziell umweltschädlichen Fracht war zunächst Antwerpen, von dort sollte der Schrott nach Nigeria verschifft werden.

Der Fahrer musste den Lkw zurück zum Beladeort bringen, wo der Schrott nun fachgerecht entsorgt wird. Wie eine Sprecherin der Sonderabfallagentur (SAA) Baden-Württemberg mit Sitz in Fellbach erklärte, müsse das Landratsamt in Ludwigsburg nun im Detail entscheiden, ob der Müll in den Autos nun nicht exportierbarer Elektronikschrott oder noch ein halbwegs funktionierendes und daher exportierbares Gebrauchtgut ist. Elektronikschrott darf nicht exportiert werden, weil zum Beispiel in Afrika die fachgerechte Entsorgung (Kinderarbeit, wilde Müllhalden) der möglichen giftigen Stoffe nicht garantiert werde.

Das Landratsamt in Ludwigsburg hatte bis gestern Abend noch keine Kenntnis über den Verbleib des illegalen Autotransporters aus Vaihingen/Enz. Ein erstes Gutachten in Kooperation mit der Koblenzer Polizei ging von nicht exportierbarem Elektronikschrott aus.

Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen und dem Versuch der illegalen grenzüberschreitenden Abfallverbringung. In der Regel, so die SAA-Specherin gegenüber PZ-news, würden Vergehen in diesem Bereich mit einer Geldbuße geahndet werden. Im Höchstfall sei eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vorgesehen.

Ende Juli hatte die Polizei ebenfalls auf der A61 bei Winningen (Kreis Mayen-Koblenz) einen ähnlichen Transporter gestoppt. Auch dessen Ladung bestand aus mit Schrott befüllten Autos.