nach oben
Gerd Döppenschmitt begutachtet mit seiner Frau Ursula eine drei Wochen alte Steinkauzbrut. Privat
Gerd Döppenschmitt begutachtet mit seiner Frau Ursula eine drei Wochen alte Steinkauzbrut. Privat
Majestätischer Anblick: ein Steinkauz-Altvogel in einer schützenden Baumhöhle.
Majestätischer Anblick: ein Steinkauz-Altvogel in einer schützenden Baumhöhle.
07.12.2017

Babyboom auf der Streuobstwiese - Schutzprojekt in der Region soll die bedrohten Steinkauze retten

Seit er jung ist, sagt Gerd Döppenschmitt, verbringe er jede freie Minute in der Natur. Dieser jahrzehntelange Einsatz macht sich nun bezahlt: Denn ein Schutzprojekt für Steinkauze ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Umgesetzt wird dieses vom gemeinnützigen Verein „Lebendige Wiese“ mit Sitz in Ölbronn-Dürrn. Der Erhalt der Artenvielfalt für künftige Generationen ist ein Kernanliegen der Naturschützer.

Konkret engagiert man sich unter anderem für den Schutz des Steinkauzes, einem Charaktervogel der Streuobstwiesen, der aber auch auf Solitärbäumen auf Ackerflächen, meist alten Mostbirnenbäumen, zu finden ist. Im Jahr 2017 konnte der Verein einen großen Erfolg für die zahlreichen Mühen bei diesem Artenschutzprojekt verzeichnen. Im nördlichen Enzkreis von Mühlacker bis Remchingen werden vom Vereinsvorsitzenden Gerd Döppenschmitt 130 Brutröhren betreut. In diesem Jahr konnte Döppenschmitt, unterstützt durch seine Frau Ursula, 36 Brutpaare mit 108 Jungvögeln zählen und diese mit einem Ring versehen, um sie wiedererkennen zu können.

Die Zahl der Jungtiere stellt ein Rekordergebnis dar, seit im Jahr 1990 vom Verein mit dem Schutz des Steinkauzes begonnen wurde. Angefangen hat man mit einem Brutpaar auf der Gemarkung Dürrn vor beinahe 30 Jahren. Der konsequente, engagierte jahrzehntelange Schutz der Eulenart (lateinisch Athene noctua) ist also erfolgreich. Der Kauz, der als Vogel der Weisheit gilt, ist bedroht. In Baden-Württemberg steht der Steinkauz in der Vorwarnliste der Roten Liste, bundesweit ist er sogar als stark bedroht eingestuft.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.