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Nur mit großer Mühe konnten Helfer einen 44-jährigen Messerstecher von seinem Opfer abhalten, und auch die Vaihinger Polizisten mussten kräftig zupacken (Symboldbild). Der mit einem Teppichmesser am Hals verletzte Mann starb im Krankenhaus.
Nur mit großer Mühe konnten Helfer einen 44-jährigen Messerstecher von seinem Opfer abhalten, und auch die Vaihinger Polizisten mussten kräftig zupacken (Symboldbild). Der mit einem Teppichmesser am Hals verletzte Mann starb im Krankenhaus. © dpa
08.08.2010

Bei Streit im Auto mit Messer den Hals aufgeschlitzt

UNTERRIEXINGEN. Ein Streit im Auto unter zwei Männern endete am Samstag gegen 11 Uhr zunächst im Straßengraben und dann mit einer letztlich tödlichen Verletzung eines Kontrahenten durch einen Schnitt am Hals. Anschließend kam es zu einem heftigen Kampf zwischen Helfern und dem wütenden Messerstecher, der nicht von seinem Opfer ablassen wollte.

Ein 44-jähriger Italiener und ein 38-jähriger Kroate fuhren im Mercedes Vito des Italieners von Unterriexingen nach Markgröningen. Während der Fahrt kam es zwischen den beiden zu einem handgreiflichen Streit, infolge dessen das Auto von der Fahrbahn abkam und im Straßengraben stecken blieb. Im Verlaufe des Streits zog der 44-Jährige, der das Fahrzeug gelenkt hatte, dann ein Teppichmesser und verletzte damit den 38-Jährigen, der auf dem Beifahrersitz saß, lebensgefährlich am Hals.

Als unmittelbar nach dem Unfall mehrere Verkehrsteilnehmer anhielten, um zu helfen, fand im Auto noch immer ein Kampf zwischen den beiden statt. Die Verkehrsteilnehmer konnten den Fahrer jedoch mit vereinten Kräften - unter anderem durch den Einsatz einer Schaufel - von weiteren Übergriffen abhalten und bis zum Eintreffen der Polizei in Schach halten.

Der Kroate wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Ludwigsburg eingeliefert, wo er sofort notoperiert wurde und am Sonntagnachmittag starb. Der Italiener wurde von Beamten des Polizeireviers Vaihingen/Enz, die mit mehreren Streifen im Einsatz waren, noch an Ort und Stelle festgenommen. Das Fahrzeug wurde zur Spurensicherung sichergestellt. Für die Spurensicherung am Tatort war die L1141, die Verbindungsstraße zwischen Markgröningen und Unterriexingen, für über zwei Stunden voll gesperrt.

Nach den bisherigen Feststellungen der Kriminalpolizei Ludwigsburg, die die Ermittlungen übernommen hat, liegt der Hintergrund für die Auseinandersetzung im privaten Bereich. Demnach handelt es sich bei dem 38-jährigen Kroaten um den aktuellen, bei dem 44-jährigen Italiener um den ehemaligen Lebensgefährten einer 39-Jährigen aus Markgröningen. Diese hatte sich von dem Italiener getrennt und war eine Beziehung mit dem Kroaten eingegangen, womit der 44-Jährige jedoch nicht einverstanden war.

Dieser hatte daraufhin am Samstag, auf einer Fahrt nach Markgröningen, den neuen Freund seiner Ex-Geliebten an einer Bushaltestelle in Unterriexingen stehen sehen und ihn gebeten, in sein Fahrzeug zu steigen, um ein klärendes Gespräch zu führen. Kurz nach Beginn der Fahrt war es dann aber zu dem Streit gekommen.

Der 44-Jährige wurde vom Haftrichter in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Ludwigsburg, die sich insbesondere auf das persönliche Umfeld der beiden Kontrahenten konzentrieren, dauern noch an.

Zeugen des Vorfalles werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Ludwigsburg, Telefon (07141) 185600 zu melden. Hinweise werden insbesondere zum Unfallgeschehen und von einem Rettungssanitäter erbeten, der privat unterwegs war und die Erstversorgung übernommen hatte. pol