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Wie auf dem Symbolbild zu sehen, hat sich ein psychisch gestörter Mann der Nötigung schuldig gemacht. Heute wurde er in Maulbronn verurteilt. Foto: dpa-Archiv
Wie auf dem Symbolbild zu sehen, hat sich ein psychisch gestörter Mann der Nötigung schuldig gemacht. Heute wurde er in Maulbronn verurteilt. Foto: dpa-Archiv
16.08.2018

Beleidigung und versuchte Nötigung: Maulbronner verurteilt

Maulbronn. Wegen mehrfacher Beleidigung und versuchter Nötigung, insbesondere in den Jahren 2014, 2015 und 2016, musste sich ein 36-Jähriger am heutigen Donnerstag im Amtsgericht Maulbronn in einer öffentlichen Hauptverhandlung verantworten. Der Maulbronner gestand seine Taten und wurde vom zuständigen Richter Henke zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe mit Bewährung und 50 Arbeitsstunden bei einer sozialen Einrichtung verurteilt.

Die Beweise gingen auch aus Schriften hervor, die er an unterschiedliche Justizämter geschickt hatte und in denen er einige Justizbeamte vulgär beschimpfte und sogar Todesdrohungen äußerte. Den Grund dafür hatte der Angeklagte selbst in den Schriften geliefert: Er fühlte sich von der Justiz unfair behandelt. Andererseits schädigte er, ebenfalls mit Briefen, aber auch mit Stalking-Verhalten, eine 31-jährige Frau aus Mühlacker, die zur Hauptverhandlung geladen war. Nachdem Staatsanwalt Philipp Karl die Anklageschrift verlesen hatte, unter anderem mit Zitaten aus besagten Schreiben versehen, wie etwa „korrupter Saustall“, wurde noch auf eine psychische Erkrankung des Angeklagten hingewiesen.

Zunächst wurde vonseiten des Angeklagten nur eine Stellungnahme wiedergegeben, in der der 36-Jährige alle Vorwürfe einräumte und somit ein Geständnis ablegte. Er habe sich untauglicher Mittel bedient und bereue das im Nachhinein. Die als Zeugin geladene Geschädigte berichtete von ihren Erfahrungen mit dem Angeklagten, den sie über eine Partnerbörse im Internet kennengelernt hatte. Nach unerfreulichen Vorfällen mit dem Mann hatte sie im Herbst 2015 eine einstweilige Anordnung beantragt, die es dem 36-Jährigen verbietet, sich ihr zu nähern. Allerdings missachtete der Angeklagte diese Anordnung und warf der Frau unangemessene Briefe in den Briefkasten und wartete laut Anklageschrift längere Zeit in seinem Auto am Wohnort der Geschädigten. Diese fühlte sich im Verhandlungssaal augenscheinlich nicht sehr wohl und bestätigte dem Richter, sie habe bis heute noch mit den Erlebnissen zu kämpfen.

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